Pläne der Stadt abgelehnt

Ortsbeirat sagt Nein zur Fahrradstraße Fiedlerstraße

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Kreuzung als Knackpunkt: Die Fiedlerstraße soll Fahrradstraße werden. Weil der Ortsbeirat im Bereich der jetzt schon brenzligen Kreuzung mit der Eiesenschmiede eine Verschlechterung der Situation befürchtet, lehnte er das Vorhaben einstimmig ab. Unser Bild zeigt die Fiedlerstraße an der Eisenschmiede in Richtung stadteinwärts, links hinten liegt der Edeka-Markt.

Nord-Holland. Gegen die Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Fiedlerstraße gibt es Widerstand vom Ortsbeirat Nord-Holland.

Die Stadtteilvertreter sprachen sich am Donnerstagabend einstimmig gegen die Pläne aus, die der städtische Radverkehrsbeauftragter Gerhard Späth vorgestellt hatte.

Vorgesehen war, auf der Fiedlerstraße zwischen Mombachstraße und Hegelsbergstraße eine Fahrradstraße einzurichten, auf der sich der Kraftverkehr den Radfahrern unterordnen muss. Laut Späth sind täglich 1200 Radfahrer auf der Fiedlerstraße unterwegs, für die auf diese Weise eine Verbesserung erreicht werden soll.

Ausgenommen von der Fahrradstraßen-Regelung bleiben soll der Einbahnstraßen-Abschnitt zwischen Eisenschmiede und Rothfelsstraße. Dort gibt es bereits einen separaten Radweg für die Radfahrer, die entgegen der Einbahnstraße unterwegs sind. Der Rückbau wäre Voraussetzung für eine Fahrradstraße, würde aber allein 60.000 Euro kosten, sagte Gerhard Späth. Das sprenge den finanziellen Rahmen.

Gerhard Späth

Für die Einrichtung der Fahrradstraße nach der vorgelegten Planung würden laut Späth Kosten von insgesamt 30.000 Euro anfallen. Der Ortsbeirat sprach sich vehement gegen die Umsetzung aus. Es handele sich um eine „undurchdachte Lösung“, sagte Ortsvorsteherin Monika Sprafke (SPD). Ähnlich sah es ihr Stellvertreter Hannes Volz (Grüne): „Man hat den Eindruck, mit viel Aufwand und großem Schilderwald wird Verwirrung gestiftet, ohne viel für die Radfahrer zu gewinnen.“

Die Kritik entzündete sich vor allem an der Kreuzung mit der Eisenschmiede. Dort soll laut Späth für Radfahrer aus beiden Richtungen der Fiedlerstraße kommend ein sogenannter Taster angebracht werden, also eine Säule über die Radfahrer Grün an der Fußgängerampel über die Eisenschmiede anfordern können. Im Schutz der Fußgängerampel könnten die Radfahrer dann die Kreuzung überqueren. Die Ortsbeiratsmitglieder befürchten, dass dies zu Chaos auf der ohnehin schon problematischen Kreuzung führen werde. Zu Hauptverkehrszeiten kommt er an der Eisenschmiede häufig zu Staus.

Kritik gab es auch für das Vorhaben den Bürgersteig zwischen Edeka-Markt und Fußgängerampel zu verschmälern zugunsten eines Streifens, auf dem Radfahrer wartende Autos vorbeifahren können. Den Wunsch der Ortsbeirats, hinter der Kreuzung am Rand der Fiedlerstraße Richtung Innenstadt das Parken zu untersagen, um den Verkehrsfluss zu verbessern lehnt die Stadt allerdings ab: Dort würden Parkgebühren eingenommen.

Eine Arbeitsgruppe der Ortsbeirats will jetzt Verbesserungsvorschläge ausarbeiten und der Stadt vorlegen. Dabei gelte es vor allem, auf der Kreuzung Eisenschmiede eine Lösung zu finden, die für alle Verkehrsteilnehmer befriedigend sei, sagte Ortsvorsteherin Monika Sprafke.

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