Kundin wartet seit Monaten auf Abrechnungen und Kündigungsbestätigung

Netcom kämpft weiter mit Folgen des Hackerangriffs

Viele Internet- und Telefonkunden der Netcom bekamen den Hackerangriff zu spüren: Das Kasseler Unternehmen hatte über Nacht viele Daten ihrer Nutzer verloren.
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Viele Internet- und Telefonkunden der Netcom bekamen den Hackerangriff zu spüren: Das Kasseler Unternehmen hatte über Nacht viele Daten ihrer Nutzer verloren.

Im Januar wurde der Kasseler Telekommunikationsdienstleister Netcom Opfer eines Hackerangriffs (HNA berichtete). Die Folgen sind bis heute für einige der 33 000 Kunden spürbar.

Kassel - Dies gilt auch für Netcom-Kundin Gunilla Wolff aus Kassel, die seit März keine Abrechnungen mehr erhalten hat und zudem seit zwei Monaten auf eine Kündigungsbestätigung der Netcom wartet, weil sie den Anbieter wechseln möchte. Sie moniert mangelnde Kommunikation mit den betroffenen Kunden.

Wolff ist seit zwei Jahren Kundin bei der Netcom. „Als wir damals nach Kassel gezogen sind, haben wir uns ganz bewusst für die Netcom als lokales Unternehmen entschieden. Wir wollten kurze Wege und einen Ansprechpartner vor Ort“, sagt Wolff. Diese Hoffnung habe sich leider nicht erfüllt.

Infolge des Hackerangriffs hat Wolff seit einem halben Jahr keine Abrechnungen für ihren Telefon- und Internetanschluss erhalten. „Es gab zwar auch keine Abbuchungen und das mag erst mal gut klingen, aber da häuft sich über die Monate eine Summe an, die irgendwann bezahlt werden muss“, so die Kasselerin. Nachdem sie sich schließlich Anfang Juli zur fristgerechten Kündigung ihres Vertrages zu Mitte Oktober entschieden hatte, sei sie zudem am Callcenter der Firma verzweifelt.

Denn trotz mehrfacher Anrufe bei der Hotline und Besuche in der Filiale vor Ort habe sie auch nach fast zwei Monaten noch keine Bestätigung ihrer Kündigung. Diese benötigt sie, um sie ihrem neuen Anbieter vorlegen zu können. Denn mit dem darauf vermerkten Datum beginnen frühestens die Beitragszahlungen an den neuen Anbieter. Falls sie das Dokument nicht vorlegen kann, wird der neue Anbieter ab Mitte Oktober seine Beiträge abbuchen, auch wenn die Netcom den Vertrag offiziell noch nicht als beendet erklärt hat. „Im Zweifelsfall zahle ich doppelt an beide Anbieter“, fürchtet Wolff. Natürlich sei es nicht die Schuld der Netcom, dass sie gehackt worden ist. Aber der Umgang mit dem Fall sei „katastrophal“, findet sie. „Ich vermisse eine transparente Kundenkommunikation.“

Die Netcom teilt auf HNA-Anfrage mit, dass infolge des Hackerangriffs noch nicht alle verloren gegangenen Kundendaten rekonstruiert werden konnten. Dies gelte etwa für acht Prozent der Kunden. Um Fehler bei der Abrechnung zu vermeiden, seien alle Informationen noch einmal geprüft worden, so ein Netcom-Sprecher. Aus dem Grund habe noch nicht bei allen Kunden eine Abrechnung stattfinden können. Die Kunden könnten die aufgelaufenen Summen aber in Raten bezahlen.

Auch bei der Bearbeitung von Kündigungen habe es infolge des Hackerangriffs einen Rückstau bei der Bearbeitung gegeben, der noch nicht aufgelöst werden konnte. Frau Wolff werde ihre Bestätigung „zeitnah“ erhalten, so der Sprecher. Ihm ist es wichtig zu betonen, dass die Kunden trotz des Hackerangriffs die Telefon- und Internetdienstleitungen der Netcom nutzen konnten. Nur auf die internen Systeme habe dieser Auswirkungen gehabt. (Bastian Ludwig)

Kontakt: Netcom-Kunden mit Problemen sollen diese melden kundenservice@netcom-kassel.de

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