Hoffmann folgt auf Schmid als Kasseler Fraunhofer-Institutsleiter

Netzspezialist wird neuer Leiter am Fraunhofer-Institut 

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Clemens Hoffmann

Kassel. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) in Kassel bekommt einen neuen Leiter: Prof. Dr. Clemens Hoffmann folgt zum 1. Oktober auf Prof. Dr. Jürgen Schmid (68), der 14 Jahre lang an der Spitze des Instituts gestanden hat und nun altersbedingt ausscheidet.

Sein Nachfolger kommt vom Siemens-Konzern und hat zugleich einen Lehrstuhl für Windenergiesysteme an der Universität Kassel inne.

Clemens Hoffmann, 52 Jahre alt, ist Physiker, stammt ursprünglich aus Hamburg und promovierte am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching bei München, wo er anschließend im Bereich der kontrollierten Kernfusion arbeitete. 1995 wechselte er zur Siemens AG, wo er unter anderem eine neue Methode zur Lokalisierung von Benutzern in Mobilfunknetzen entwickelte.

Mit erneuerbaren Energien, dem Kernthema bei Fraunhofer Iwes in Kassel, ist Hoffmann nach Angaben der Forschungsgesellschaft seit 2004 befasst.

Er baute seither diesen Schwerpunkt bei Siemens federführend aus und leitete zentrale Entwicklungsvorhaben zum Thema intelligente Stromnetze („Smart Grid“). Vor seinem Wechsel zu Fraunhofer war Clemens Hoffmann zwei Jahre lang Technologiechef für das gleichnamige Siemens-Konzernprojekt. In dieser Funktion leitete er die globale Forschung und Entwicklung und nahm Einfluss auf nationale und internationale Gesetzgebungs- und Regulierungsverfahren.

Zu seinen Zielen als Institutsleiter bei Fraunhofer Iwes sagt Hoffmann: „Meine Vision ist, dass wir in Kassel eine Industrie-Forschungsplattform aufbauen, auf der sich die Akteure über die notwendigen Voraussetzungen und die genauen Ziele der Energiewende einigen.“ Hoffmann kommt vom Siemens-Standort Nürnberg nach Kassel, er lebt mit Frau und vier Kindern derzeit in Herzogenaurach und sucht nun in Kassel nach einer Wohnung für seine Familie.

Neubau geplant

Für das Iwes soll bis 2018 auf der Nordseite des Kasseler Hauptbahnhofs ein neuer Institutssitz für 100 Millionen Euro gebaut werden. Dafür gibt es eine Absichtserklärung der Fraunhofer-Zentrale in München. Land und Bund haben bereits finanzielle Beteiligungen in Aussicht gestellt. Die Stadtverwaltung verhandelt seit Monaten mit der Deutschen Bahn über den Kauf des Geländes.

Am kommenden Montag wird die Institutsleitung während eines Festakts im Kongress-Palais übergeben.

Der bisherige Iwes-Chef Prof. Jürgen Schmid hat in den vergangenen 14 Jahren die Zahl der Mitarbeiter von rund 130 auf derzeit über 360 Wissenschaftler, Angestellte, Studenten, Doktoranden und Stipendiaten gesteigert, die in Kassel an der Energiewende forschen.

Parallel wuchs das Jahresbudget von 6,5 auf 20 Millionen Euro. Schmid ist seit 2004 – und noch bis Ende Oktober – Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats „Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung.

Von Axel Schwarz

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