Neues 40-Zimmer-Haus in Neu-Holland

Hotel am Bergpark: Wie ein Gastronom die Gelegenheit am Schopf packte

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Herrschaftliche Fassade: Die alte Villa an der Hüttenbergstraße wird gerade zum Hauptgebäude des künftigen Hotels umgebaut. Direkt dahinter liegt ein angrenzender Bau aus neuerer Zeit.

Kassel. Viel näher am Ausgangspunkt der berühmten Wasserspiele werden Kassel-Touristen nicht wohnen können: In der Waldsiedlung Neu-Holland hat Gastronom und Hotelbetreiber Thomas Nähler im vergangenen November zugegriffen, als das Studentenwerk Kassel den Gebäudekomplex Hüttenbergstraße 14-16 veräußerte.

Für Studierende, die in dem früheren Wohnheim logierten, war die Lage fernab von der Innenstadt nicht eben praktisch. Für Stadtbesucher, die wegen der Weltkulturerbe-Attraktionen nach Kassel kommen, könnte sie besser nicht sein. Denn Herkulesplateau wie auch Löwenburg sind nur ein paar Spaziergangsminuten entfernt.

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Auch baulich eignet sich die Immobilie bestens für einen Hotelbetrieb: Ein altes Villengebäude mit einer repräsentativen Veranda bildet die Front zur Ehlener Straße hin, einen Anschlussbau für Studentenzimmer hatte das Studentenwerk in den 1990er-Jahren errichtet.

Der neue Eigentümer will bis Anfang Juni 25 Hotelzimmer und 15 Apartments im 3-Sterne-Standard schaffen. Die Zimmerpreise im „Hotel am Herkules“ sollen 55 Euro für ein Einzel-, 95 Euro für ein Doppelzimmer und 139 Euro für eine Juniorsuite betragen.

Als Kundschaft peilt der Hotelier neben Kulturtouristen und Nutzern des nahen Golfplatzes auch Festgesellschaften an, die in den ebenfalls von Nähler betriebenen Herkules-Terrassen eine Feier ausrichten oder besuchen.

Schienenverkehr damals: Direkt vor dem Grundstück fuhr einst die Herkulesbahn vorbei. Ihr Betrieb wurde 1966 eingestellt, die Trasse gibt es noch. Foto:  Archiv

Für den Transfer zum 800 Meter entfernten Herkules-Plateau will Nähler das alte Trassenstück der Herkulesbahn nutzen, das direkt vor dem Haus vorbeiführt. Dafür hat er ein Elektromobil mit acht Sitzplätzen angeschafft, das auf der Strecke pendeln soll. Die zuständige Landesforstgesellschaft Hessen-Forst habe dafür die Genehmigung gegeben, sagt Nähler. Nach dem Aus der Herkulesbahn sei der Trassenabschnitt dort zu einem Waldweg mit Schotterbelag zurückgebaut worden, der sich für solche Pendelfahrten gut eigne. Auch der Golfplatz werde regelmäßig angesteuert, ebenfalls auf Waldwegen, da das Elektromobil keine Straßenzulassung habe. „Wir werden damit keinen Meter auf öffentlichen Straßen fahren“, betont Nähler.

Die Museumslandschaft Hessen Kassel beobachtet den geplanten Gästetransport zum Herkulesplateau mit Interesse, hat dabei aber keine eigene Zuständigkeit, da die Trasse außerhalb des Bergparkgebiets liegt. „Das ist eine Sache zwischen Herrn Nähler und Hessen-Forst“, sagte MHK-Sprecherin Lena Pralle.

www.hotel-am-herkules.de

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