Rohbau bis Ende des Jahres

Neubau der Diakonie-Kliniken startet in nächste Phase

Blick Richtung Goethestraße: Arbeiter errichten einen Lichtschacht auf Höhe des ersten Untergeschosses. Der Rohbau des zweiten Untergeschosses steht bereits. Foto: Gehlen

Kassel. Seit einem Jahr bauen die Diakonie-Kliniken an der Ecke Kirchweg und Goethestraße. Doch zu sehen gab es bisher wenig. Das ändert sich nun: Das neue Bettenhaus wächst in den kommenden Monaten in die Höhe.

Dabei hatten die Arbeiter der Firma Gluck mit einigen Problemen zu kämpfen: Es seien Quarzitbrocken - ein sehr hartes Gestein - in der Größe von Kleinwagen aus dem Boden geholt worden, sagt Gebäude-Manager Marc Arnoldi.

Um den Zeitplan zu halten, stand die Baustelle auch im Winter nicht still. „Es wurde bei minus 15 Grad gearbeitet, es gab nicht einen Tag Baustillstand.“ Die Arbeiter hätten praktisch „seit Oktober im Regen gestanden.“

Auch der Hang macht den Arbeitern zu schaffen: Um ein Abrutschen zu verhindern, bauten sie eine 7,50 Meter hohe und 8,50 Meter in der Tiefe verankerte Stützwand. Letztendlich wird der Druck des Hanges aber auf dem Gebäude lasten: Deshalb wurden 380 Bohrpfähle im Untergrund versenkt, mit denen sich das Bettenhaus quasi in den Untergrund krallt.

Marc Arnoldi

Es liegt zudem in einer Wanne, ist also nicht direkt an die Stützwand gebaut, sondern wird mit ihr später verbunden sein. Damit soll der Abfluss des Grundwassers gesichert werden. Denn der unterirdische Druselkanal ist nicht weit.

Bis zum Ende des Jahres soll das Bettenhaus mit fünf Geschossen in die Höhe wachsen, gleichzeitig beginnt unten der Innensausbau. „Es soll im April 2015 bezugsfertig sein“, sagt Geschäftsführer Jens Wehmeyer.

Für die Anwohner war der Baustellenlärm der vergangenen Monate eine Belastung. Man informiere zwar per Rundschreiben und messe den Lärm, trotzdem habe es auch einige Beschwerden gegeben, bestätigt Arnoldi.

Mit dem Bau des Fundaments und der Untergeschosse sei die größte Lärmbelastung aber vorbei. So laut wie es jetzt sei, werde es auf absehbare Zeit bleiben.

Erst wenn in einem Jahr die Natursteinfassade angebracht wird, müssten sich auch die Anwohner wieder auf erhöhte Belästigung einstellen. (gör)

Hintergrund: Baukosten

Das neue Bettenhaus soll Platz für 174 Betten bieten, es wird nicht höher als die Nachbargebäude. Neben den Patientenzimmern entstehen im Erdgeschoss ein Patientenaufnahmebereich und ein Herzkatheter-Messplatz zur Diagnose und Behandlung. 5,3 Millionen Euro wenden die Diakonie-Kliniken mit Unterstützung des hessischen Sozialministeriums für Abriss und Fundament auf. 22 Millionen kostet das neue Gebäude mit Innenausbau. Nach Fertigstellung soll die Geriatrie Burgfeld-Krankenhaus einziehen. Später folge die Frauenklinik Dr. Koch. Im Altbau des Diakonissenkrankenhauses am Kirchweg werden dann keine Patienten mehr untergebracht. (gör)

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