Lärmschutz für 45 Wohnungen in der Nähe des Bahnhofs Wilhelmshöhe

Neubau hinter Glaswand

Harald

Kassel. Nur einen Steinwurf vom Bahnhof Wilhelmshöhe entfernt entstehen an der Heerstraße 45 Eigentumswohnungen. Von der Wilhelmshöher Allee sieht man nicht nur den Rohbau, sondern auch mehrere große Stahlträger, die entlang der Bahnstrecke in den Himmel ragen. „Wir bauen hier einen 15 Meter hohen Schallschutz“, sagt Harald Grubschat, der für die Vermarktung der Wohnungen zuständig ist.

Entlang der Neubaustrecke gibt es zwar an mehreren Stellen Lärmschutzwände. Die sind aber deutlich niedriger und wurden im Auftrag der Bahn gebaut. Bei diesem privaten Bauprojekt hat die Stadt Kassel klare Vorgaben gemacht. Dafür wurden unter anderem Lärmmessungen aus einem Kran heraus gemacht, um die Schallentwicklung zu dokumentieren.

Grundlage dafür ist ein Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs aus dem Jahr 2012. Wegen des erheblichen Lärms durch Güterzüge hatten die Richter einem Kläger recht gegeben, der sich für Schallschutz als Voraussetzung für eine Baugenehmigung eingesetzt hatte.

450 000 Euro für Glaswand

Ohne den jetzt für die Heerstraße geplanten Lärmschutz, der 450 000 Euro kostet, hätte es die Genehmigung nicht gegeben. Zwischen den Stahlträgern werden transparente Wände aus Spezialglas eingezogen. Die sollen dafür sorgen, dass die neuen Anwohner nicht durch den Zugverkehr gestört werden und trotzdem nicht das Gefühl haben, hinter einer Wand zu leben.

„Durch die Verzögerung bei der Baugenehmigung liegen wir einige Monate hinter unserem Zeitplan“, sagt Harald Grubschat. Der milde Winter trage jetzt aber dazu bei, dass man einiges wieder aufholen kann.

Bis Dezember fertig

Ende des Jahres sollen die Wohnungen bezugsfertig sein, das bekommen die Kaufinteressenten schriftlich. Die Wohnungen sind 60 bis 100 Quadratmeter groß, barrierefrei und kosten um die 2700 Euro pro Quadratmeter. Investor für den sechs Millionen Euro teuren Neubau ist der Projektentwickler Jochen Hohmann (Künzell). Der hat in Kassel unter anderem den Tegut-Markt und das Awo-Seniorenheim auf der Marbachshöhe gebaut.

Das 3800 Quadratmeter große Gelände war früher ein geschotterter Behördenparkplatz. Das Bundesamt für Immobilienaufgaben hat ihn in einem Bieterverfahren verkauft.

Von Thomas Siemon

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