Bad Wilhelmshöhe

Vitos-Klinik für Kinderpsychiatrie wird für 15,8 Millionen neu gebaut

Nicht mehr zeitgemäß: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Wilhelmshöher Allee ist in den Gebäuden eines ehemaligen Kinderkrankenhauses untergebracht. Foto: Ludwig

Kassel. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bad Wilhelmshöhe wird für 15,8 Mio. Euro neu gebaut. Die Gebäude an der Wilhelmshöher Allee / Ecke Freiherr-vom-Stein-Straße werden im Januar abgerissen. Deshalb ziehen die 50 Kinder und Jugendlichen, die dort in vollstationärer Behandlung sind, Ende des Jahres an den Vitos-Standort nach Emstal-Merxhausen um.

Auch die 18 teilstationären Plätze werden verlegt. Nach zweieinhalbjähriger Bauphase soll die Klinik mit ihren 130 Mitarbeitern Mitte 2017 am alten Standort neu eröffnet werden.

Grund für den Neubau ist der schlechte Zustand der aus den 1950er-Jahren stammenden Gebäude, die zudem für die heutigen Anforderungen nicht geeignet sind. Denn ursprünglich war in den Gebäuden das Kinderkrankenhaus „Zum Kind von Brabant“ beheimatet, das 1991 geschlossen wurde. Weil dort vor allem Säuglinge behandelt wurden, sind die Zimmer sehr klein.

Zu klein: Zwei Kinder müssen sich Räume wie diesen bislang teilen. Geplant sind größere Zimmer mit Bad. Foto: Ludwig

Wegen der beengten Platzverhältnisse müssten die Patienten im Alter von 6 bis 18 Jahren derzeit auf engstem Raum zusammenleben, sagt Klinikleiterin Dr. Ines Schröder. Dies müsse geändert werden.

In der neuen Klinik, deren Bau das Land in einem ersten Schritt mit 6,7 Mio. Euro fördert, wird es 60 vollstationäre und 18 teilstationäre Plätze geben. Auch die angeschlossene Käthe-Kollwitz-Schule, die die psychisch kranken Kinder besuchen, erhält einen Neubau auf dem Areal. Mit größeren Zimmern, die nun auch mit Bädern ausgestattet sein sollen, neuen Aufenthalts-, Therapie- und Sporträumen sowie einer Cafeteria und einem umgestalteten Außengelände soll die Atmosphäre in der Klinik verbessert werden. Wie genau der geplante dreigeschossige Neubau aussehen soll, ist noch nicht klar. Architekten arbeiten gerade an Entwürfen, die noch mit dem Bauamt abgestimmt werden müssen.

Nicht von dem Umbau betroffen ist die kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz, die in einem benachbarten Gebäude (Wilhelmshöher Allee 204) untergebracht ist. Diese wird während der Umbauphase geöffnet bleiben.

Im Durchschnitt werden in der Klinik jährlich 400 Kinder aus ganz Nordhessen stationär behandelt. In den Ambulanzen, die sich über mehrere nordhessische Standorte verteilen, sind es 8000 Kinder und Jugendliche. Behandelt werden etwa Angststörungen, Depressionen, psychosomatische Beschwerden und Kinder, die sich selbst verletzen.

Von Bastian Ludwig

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