Neubau wird im November fertig - Stukkateure bearbeiten historische Elemente

Neue Peek & Cloppenburg-Fassade erinnert an Henschelhaus

Neubau mit historischer Fassade: Von der Wolfsschlucht soll das Kaufhaus von Peek & Cloppenburg aussehen wie früher das Henschelhaus. Foto:  Koch

Kassel. Stück für Stück kommt die Fassade des Henschelhauses an der Wolfsschlucht wieder zum Vorschein. Auf der Großbaustelle für das neue Modehaus von Peek & Cloppenburg arbeiten Stukkateure nach historischem Vorbild Vorsprünge, Gesimse und Verzierungen heraus.

„In einem Gebäude würde man das mit Gips machen, hier benutzen wir eine spezielle Zementmischung, die auch bei Wind und Wetter hält“, sagt Bauleiter Kurt Pillkowsky. Das sei eine handwerkliche Meisterleistung, die er bisher noch auf keiner seiner Baustellen gesehen habe.

Millimeterarbeit: Stukkateurmeister Joachim Decker arbeitet das Profil der historischen Fassade heraus. Foto:  Siemon

Das Henschelhaus ist auch kein Objekt wie jedes andere. Im Vorfeld der Bauarbeiten hatte es Proteste gegeben, weil das Haus abgerissen wurde. Es gehörte zu den wenigen historischen Gebäuden in der Kasseler Innenstadt, die nicht im Krieg zerstört wurden. Der Kompromiss: Der Neubau für das Modehaus Peek & Cloppenburg kommt, die alte Fassade wird aber originalgetreu rekonstruiert. Die Ansicht von der Wolfsschlucht soll so sein wie früher. „Es ist natürlich nur noch eine Fassade, aber die wird schöner als vorher“, sagt Bauleiter Pillkowsky. Türen und Fenster seien bereits restauriert worden. Bis November werde die Fassade nach und nach fertig. „Der Bauherr hält sein Versprechen ein, selbst Figuren, die beschädigt waren, werden wiederhergestellt“, sagt Pillkowsky.

Genaue Rekonstruktion

Mehr zur Geschichte des Henschelhauses in unserem Regiowiki

Zu den Handwerkern, die oben auf dem Gerüst für die Firma Siebert-Stuck aus Volkmarsen-Ehringen arbeiten, gehört Joachim Decker. Der erfahrene Stukkateurmeister hat genaue Vorgaben. „Alle Profile wurden millimetergenau aufgenommen, so wird es auch wieder aussehen“, sagt der 50-Jährige. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Rekonstruktion der Fassade im Prinzip ein Neubau ist. Von der modernen Wärmedämmung wird man später nichts mehr sehen.

Im Frühjahr 2012 will die Modekette P & C das Haus am Königsplatz mit 7300 Quadratmetern Einzelhandelsfläche eröffnen. Bauherr ist die Berliner Bauwert Investment Group, die 29 Millionen Euro in Kassel investiert. Bis zum November sollen die Arbeiten so weit fortgeschritten sein, dass der Innenausbau beginnen kann.

Von Thomas Siemon

Video aus dem Archiv: Der Abriss des Henschelhauses

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