Grundstück am Kulturbahnhof – Stadt: Drücken aufs Tempo

Fraunhofer-Institut: Neubau soll 2016 stehen

Großes Areal: Das neue Institutsgebäude von Fraunhofer-Iwes soll in dem rot markierten Bereich auf der Nordseite des Kasseler Kulturbahnhofs entstehen. Foto: Herzog/Charterflug Kassel

Kassel. Der Zeitplan steht: Ende 2016 / Anfang 2017 will das auf mehrere Standorte in Kassel verteilte Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) in ein neues Institutsgebäude auf der Nordseite des Kulturbahnhofs ziehen.

Das Gebäude soll 330 Arbeitsplätze bieten, später sollen 220 weitere entstehen, darunter 50 Arbeitsplätze für das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP.

Das Land will das mit 100 Millionen Euro kalkulierte Projekt mit 50 Mio. Euro unterstützen, wie der Sprecher des hessischen Wissenschaftsministeriums auf Anfrage bestätigte. 30 Mio. sollen bis 2018 fließen, danach 20 Mio. Weitere 50 Mio. sollen vom Bund kommen.

Seit April verhandelt die Stadt mit der Immobilientochter der Deutschen Bahn über das 60 000 Quadratmeter große Areal am Kulturbahnhof, wo während der documenta unter anderem der Schrotthaufen von Lara Favaretto zu sehen war. Die Stadt will das Gelände kaufen, erschließen und als Bauland bereitstellen.

Laut Carl Flore vom Stadtplanungsamt benötigt Fraunhofer etwa drei Viertel der Fläche. Die restlichen 15 000 Quadratmeter könnten anderweitig genutzt werden, etwa von Firmen, die sich ebenfalls mit regenerativen Energien befassen. Im Rathaus hofft man, dass der Kaufvertrag im Frühjahr 2013 unterzeichnet und das Areal für Fraunhofer erschlossen werden kann.

Doch noch müssen etliche Detailfragen geklärt werden. „Bei so einer Fläche gibt es viele Probleme“, sagt Flore. Es brauche Zeit, bis alles abgearbeitet sei. Altlasten erwarte man nicht, wohl aber Verschmutzungen auf dem alten Gelände. Ab einer bestimmten Belastung müsse der Boden entsorgt werden. Der Rest könne wieder verwendet werden. „Bei den Mengen, die da sind, werden wir wohl beides haben“, sagt Flore.

Viele Detailfragen

Auch die Versorgungssysteme stellen ein Problem dar. Das Areal sei riesengroß und bislang immer eine Einheit gewesen, sagt Flore. Bei seiner Aufteilung müssten Systeme gekappt werden, was nicht einfach sei. Die Bahn wolle sich viel Zeit für dieses Thema nehmen, sagt Flore. Die Stadt drücke dagegen aufs Tempo. „Wir müssen schneller sein mit der Erschließung“, sagt Flore. Fraunhofer wolle auch die Möglichkeit für einen Gleisanschluss haben. Folgen und Kosten müssten ebenfalls geklärt werden.

„Wir wollen eine gute Standortentwicklung für Fraunhofer machen“, sagt Flore. Wer für was zuständig ist und welche Kosten im Raum stehen, ist anscheinend noch nicht endgültig geklärt. Zahlen nennt Flore mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen deshalb nicht. „Es bewegt sich eine ganze Menge im Vorfeld“, sagt er. Bis Ende des Jahres, so die Hoffnung, sollen alle Fragen geklärt sein, sodass man sich den Vertragsinhalten zuwenden kann. Ziel sei ein Vertragsabschluss im Frühjahr 2013. HINTERGRUND,

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Von Ellen Schwaab

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