Wohnungen fehlen in Planung

Ex-Stadtbad Mitte: Neubau sorgt für Unmut bei Ortsbeirat

Mitte. Auf dem 6400 Quadratmeter großen Gelände des früheren Stadtbads Mitte soll ein fünfstöckiges Gebäude entstehen. Ende 2016 sollen drei Abteilungen des Regierungspräsidiums (RP) und 350 Mitarbeiter einziehen. Doch diese Nutzung schmeckt dem Ortsbeirat nicht, denn es fehlen Wohnungen.

Aktualisiert am 8. Mai 2013 um 8.15 Uhr

Im Erdgeschoss des geplanten Neubaus zwischen Hedwigstraße, Mauerstraße, Kurt-Schumacher-Straße und Königsstraße sollen es dann den Eingangsbereich des RP sowie Geschäfte und Gastronomie geben. Geplant sind auch eine Tiefgarage und einen begrünter Innenhof, erläuterte Sonja Rühling vom Planungsbüro pwf. Mit Stadtplaner Carl Flore diskutierte sie mit dem Ortsbeirat Mitte während dessen jüngster Sitzung den Entwurf. Den Beirat stört vor allem, dass das Gebäude ausschließlich ein großes Geschäftshaus werden soll. Mit dieser Beschränkung auf Dienstleistung, Verwaltung und Einzelhandel sei man keinesfalls einverstanden, stellte Ortsbeiratsmitglied Roger Busch (SPD) klar.

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An diesem städtebaulich bedeutsamen Platz an der Lutherkirche hätte es Wohnungen, mindestens einige Penthousewohnungen, geben müssen, hieß es. Zum einen, weil es eine Tendenz zur Rückkehr in die Städte gebe. Zum anderen, weil hochwertige Wohnungen an diesem Standort für eine Aufwertung und Belebung der Innenstadt gesorgt hätten. Mit einem reinen Geschäftshaus mit 10 000 Quadratmeter Bürofläche, bliebe nach Dienstschluss und abends in diesem Areal alles „tot“.

Der Ortsbeirat befürchtet, dass der Neubau ein störender „Betonklotz“ wird, während die Fachleute meinen, dass das Gebäude den Bereich Mauerstraße/Kurt-Schumacher-Straße städtebaulich abrundetet. Der Beirat bezweifelt auch, dass sich dort Geschäftsleute ansiedeln wollen.

Für Unmut sorgte im Ortsbeirat auch, dass es keinen Wettbewerb gegeben hat. Hintergrund: der Bauherr, die OFB Projektentwicklungs GmbH mit ihrer Tochter GHT Gesellschaft für Projektmanagement hat ihr Vorhaben ganz auf das RP als Hauptmieter abgestimmt.

Zur Kritik sagte Flore, eine Tendenz „zurück zur Stadt“ gebe es nur bei ganz jungen Leuten, die Nutzung durch Büros sei eine sichere Sache, und Wettbewerb wäre hier gar nicht möglich.

Der Beirat lehnte den Entwurf ab. Er werde dem Standort und seinen Möglichkeiten nicht gerecht, trage keinesfalls zur Belebung der Innenstadt bei. Es fordert, dass der Bau von Wohnungen in Btracht gezogen wird. (pom)

Archiv-Video vom Abriss des Bades

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