Tochtergesellschaft geplant

Neubau für Sterilisation von OP-Besteck am Klinikum Kassel

Kassel. Das Klinikum Kassel will bei der Aufbereitung von Operationsbestecken neue Wege gehen. Geplant ist die Gründung einer Tochtergesellschaft, die künftig für die Reinigung und Sterilisation der Instrumente verantwortlich sein soll.

Dabei holt das Klinikum einen erfahrenen Systempartner mit ins Boot, der auf dem ehemaligen Kleingartengelände oberhalb des Hauses 1 ein neues Gebäude für diesen Zweck bauen wird.

Vorbehaltlich einer endgültigen Entscheidung des Aufsichtsrates, der heute tagt, soll die Vertragsunterzeichnung mit dem Unternehmen Vamed, das unter anderem mit dem Berliner Universitätsklinikum Charité zusammenarbeitet, noch in dieser Woche erfolgen.

Es sei nötig, die Sterilgutversorgung auf neue Beine zu stellen, weil die Medizin weiterhin große Fortschritte mache und damit die Anforderungen an die Aufbereitung von Operationsinstrumenten stetig steigen, sagt Operationsmanagerin Margarete Frey-Brandau.

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Während es früher nur einfache Operationsbestecke wie Scheren, Skalpelle oder Messer gab, werden heute komplizierte Geräte beispielsweise für minimalinvasive Operationen genutzt. Frey-Brandau: In über 90 Prozent der Fälle werden Gallenblasen heute endoskopisch operiert, das heißt mit speziellen Geräten, die Eingriffe durch kleine Körperöffnungen und Hohlräume ermöglichen. Dafür nutzt man Instrumente, die mitunter nur einen millimeterkleinen Durchmesser haben und auch aus elektronischen Teilen bestehen. Bei der anspruchsvollen Aufbereitung dieser Geräte „sind wir gut aufgestellt, aber für die Zukunft brauchen wir aufgrund wachsender Anforderungen unter anderem mehr Platz und Know-how“, sagt die OP-Managerin

Aus diesem Grund wolle man eine Partnerschaft mit einem Systempartner eingehen, erläutert die kaufmännische Direktorin des Klinikums, Svenja Ehlers, auf HNA-Anfrage. Diese soll zunächst für zehn Jahre angelegt sein. 51 Prozent der dazu neu zu gründenden Gesellschaft soll das Klinikum halten, 49 Prozent der Systempartner Vamed. Dieser finanziert den Neubau, wobei ihm ein Erbbaurecht an dem Grundstück eingeräumt werden soll. Außerdem stellt Vamed Management, qualifiziertes Personal, Maschinen, Inventar sowie Raum und vermietet die Aufbereitungseinheit an die neue Gesellschaft.

Damit laufe dann der bisherige Dienstleistungsvertrag mit der Firma Orgamed aus. Ein großer Teil der derzeit insgesamt 26 Mitarbeiter in der Zentralsterilisation des Klinikums würde diesen Weg mitgehen.

Wenn alles in trockenen Tüchern ist, soll die Sterilgutversorgung am Klinikum ab 1. Januar 2014 unter neuer Regie sein. Eventuell im Sommer könne Vamed dann mit dem geplanten zweistöckigen Neubau mit 18 700 Quadrametern Nutzfläche beginnen.

Das Klinikum Kassel hat bereits gute Erfahrungen mit einer Industriepartnerschaft mit dem Medizingerätehersteller Dräger gesammelt. Ehlers: „So können wir an den neuesten Innovationen teilhaben und sind immer auf dem neuesten Stand.“

Von Martina Heise-Thonicke

Rubriklistenbild: © Koch

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