Unipräsident im Interview zum naturwissenschaftlichen Trakt

„Neubauten sind von elementarer Bedeutung“

Kassel. Über die anstehenden Uni-Bauprojekte in Kassel auf dem Campus Nord zwischen Gottschalk- und Moritzstraße sprachen wir mit Universitätspräsident Prof. Rolf-Dieter Postlep.

Werden der naturwissenschaftliche Trakt und das Forschungszentrum für Nanowissenschaften tatsächlich gebaut?

Prof. Rolf-Dieter Postlep: Die Neubauten für die Naturwissenschaften müssen kommen. Dieser Gebäudekomplex war der Ausgangspunkt für unsere gesamten Planungen zum Ausbau des Campus Nord und zum Kauf beziehungsweise der Erschließung des Gottschalkgeländes. Deshalb stellt sich diese Frage grundsätzlich nicht. Für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Universität Kassel sind diese Neubauten von elementarer Bedeutung.

Gäbe es noch andere Finanzierungsmöglichkeiten?

Postlep: Für das Forschungsgebäude wurde eine Antragsskizze beim Wissenschaftsrat eingereicht. Der Antrag wurde für ein Jahr zurückgestellt und wird für das Jahr 2012 neu eingereicht. Aus unserer Sicht gibt es damit gute Aussichten, dass der Neubau für die Nanostrukturwissenschaften zur Hälfte vom Bund finanziert wird. Die andere Hälfte aber müsste weiterhin vom Land kommen.

Wie weit sind die Planungen für den naturwissenschaftlich-mathematischen Trakt gediehen?

Postlep: Das Baufeld ist im südöstlichen Bereich des Gottschalkgeländes geplant. Die Universität hat die HIS (Hochschul-Informations-System GmbH, Hannover) damit beauftragt, den Flächenbedarf nach einzelnen Bauabschnitten zu bestimmen.

Die Ergebnisse liegen nun vor. Darauf aufbauend wird die Uni den Baubedarf melden. Die Vorlage beim Wissenschaftsministerium ist für April 2011 vorgesehen. Im selben Jahr wollen wir einen Architektenwettbewerb für den naturwissenschaftlichen Trakt ausschreiben.

Wann könnten die Gebäude stehen?

Postlep: In zeitlich versetzten Bauabschnitten könnte der naturwissenschaftlich Komplex bis 2015 oder 2016 stehen.

Was kostet der Neubau?

Postlep: Das kann man heute noch nicht genau sagen. Voraussichtlich aber mehr als 100 Millionen Euro.

Steht hierfür Geld im hessischen Haushalt bereit?

Postlep: Wir bewegen uns hier noch in der Planungsphase. Mit einem Baubeginn ist erst 2013 zu rechnen. Dementsprechend ist auch noch kein Geld im Landeshaushalt 2011 eingeplant.

Wie viel Geld von Heureka, dem Hochschulbauprogramm des Landes, ist von der Uni Kassel bereits verbaut oder wird es noch?

Postlep: Der bislang größte Ausgabenposten war der Neubau für die Sprach- und Literaturwissenschaften an der Kurt-Wolters-Straße. Hier wurden aus Heureka-Mitteln 26 Millionen Euro investiert. Für die nächsten Baumaßnahmen stehen jetzt 70 Millionen Euro zur Verfügung.

Aus unserer Sicht besteht ein hoher Bedarf bei den Naturwissenschaften. Deswegen steht die Realisierung dieser Bauten an erster Stelle.

Welche Projekte stehen als Nächstes an? Steht hierfür Geld im Haushalt bereit?

Postlep: Die wichtigsten jetzt anstehenden Baumaßnahmen sind ja bekannt: Zentralmensa, Campus-Center mit großen Hörsälen, Neubau für den Fachbereich Architektur.

Darüber hinaus stehen auf unserer Agenda der Umbau des Bibliotheksgebäudes (rund 20 Mio. Euro) und der ehemaligen Henschel-Hauptverwaltung am Holländischen Platz (8,5 Mio. Euro), wo die Wirtschaftswissenschaftler einziehen sollen.

Hier laufen in der Tat noch Detailverhandlungen mit dem Land. Grundsätzlich sind diese Bauvorhaben aber nach unserer Kenntnis im Landeshaushalt vorgesehen.

Der Asta behauptet, die Uni Kassel habe eigens den Termin zur Präsentation der Bauvorhaben zu Wahlkampfzwecken für die Ministerin gelegt. Stimmt das?

Postlep: Pressetermine an der Uni Kassel richten sich nicht nach Wahlterminen. Im vorliegenden Fall war der unmittelbar bevorstehende Baustart der Zentralmensa ausschlaggebend.

Von Beate Eder

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