Produktionsstart im Daimler-Werk

Neue Achse sichert Jobs: Auftrag für Sprinter läuft bis 2025

Stolz auf das erste Stück der neuen Achsengeneration: (von links) Thomas Huch, Leiter Plattformmanagement bei Daimler-Trucks, der Kasseler Betriebsratsvorsitzende Dieter Seidel, Projektleiter Jens Henkelmann, Dr. Frank Reintjes (Leiter Produktion Antriebsstrang Daimler-Trucks), der Kasseler Werksleiter Ludwig Pauss sowie Dr. Christoph Siegel, Leiter Aggregate bei Daimler-Trucks. Fotos:  Zgoll

Kassel. Feierstunde für einen produktionstechnischen Meilenstein im Daimler-Achsenwerk Kassel: Dort begann am Donnerstag die Serienfertigung einer neuen Generation von Transporter-Achsen.

Sie werden den künftigen Mercedes-Sprinter tragen, der ab September zu den Händlern rollt. Für den Standort Kassel bedeutet der Auftrag zwölf Jahre lang Arbeit für die 550 Produktionsbeschäftigten im Transportersegment. Knapp jede zweite Achse aus Kassel wird für die Sprinter gefertigt, die mit 18 Prozent Marktanteil die meistgefahrenen Kleintransporter in Europa sind.

Deren Spritverbrauch soll in der neuen Generation von zehn auf sieben Liter sinken. Die Daimler-Werker und -entwickler in Kassel sind stolz darauf, mit neuen technischen Verfahren ihren Anteil dazu beizutragen. So hat die aktuelle Achsenkonstruktion 4,4 Kilogramm an Gewicht abgespeckt, und die Zahnräder und Lager im Mittentrieb – das ist das dicke Zentralbauteil, das unterschiedliche Kurvenradien beider Antriebsräder ausgleicht – laufen widerstandsärmer. Wo bisher Schraubenköpfe hervorlugten und bremsend durch das Getriebeölbad planschten, sorgen nun Laserschweißverfahren für glatte Oberflächen.

„Wir haben den neuen Sprinter zum Laufen gebracht und auf sportliche Beine gestellt“, sagte Projektleiter Jens Henkelmann bei dem Festakt, an dem zahlreiche Produktionsmitarbeiter teilnahmen. Ihnen galten viele anerkennende Worte aus der Chefetage für die geglückte und pünktliche Produktionsumstellung. Werksleiter Ludwig Pauss sprach mit Blick auf den bis 2025 laufenden Produktionsauftrag von einem „wesentlichen Beitrag zur Beschäftigungssicherung am Standort“, und auch Betriebsratschef Dieter Seidel nannte es „super, dass wir so eine lange Perspektive haben“.

25 Millionen Euro hat die Daimler-Nutzfahrzeugsparte in den Bau der neuen Achsengeneration investiert. Davon flossen 17 Mio. Euro ins Werk Kassel für die nötigen Maschinen und Anlagen, der übrige Anteil entfiel auf die Entwicklung.

Solch eine Achse ist ein weit komplexeres Gebilde als allgemein vermutet: 150 Einzelteile sind nötig, um das tragende Teil herzustellen, das in zwei Nutzlastvarianten neben dem Mercedes-Sprinter übrigens auch im VW-Kleintransporter Crafter verbaut wird.

Vom ersten Arbeitsschritt bis zum fertigen Stück ist jede Achse etwa sieben Stunden lang durch die diversen Montagestationen des Kasseler Werks unterwegs. Durch die hohe Taktfrequenz der industriellen Fertigung läuft am Ende jedoch alle 90 Sekunden eine komplette Sprinter-Achse vom Band.

Von Axel Schwarz

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