Geld für die Sanierung des Neuen Wasserfalls

Fast vergessene Attraktion soll in den Bergpark zurückkehren

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Der Neue Wasserfall um 1900 (links) und heute. Das Gelände wurde zuletzt wieder freigelegt. Jetzt gibt es Geld für eine Untersuchung. Danach soll mit der Rekonstruktion begonnen werden.

Der Bergpark Wilhelmshöhe könnte demnächst um eine spektakuläre Attraktion reicher werden: Den Neuen Wasserfall. Die Attraktion war seit 1943 nicht mehr zu sehen.

„Ziel ist es, dass wir mittelfristig den Neuen Wasserfall sanieren können“, sagt der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, Prof. Bernd Küster. Für Voruntersuchungen stehe jetzt Geld aus einem Förderprogramm des Bundes zur Verfügung. Sechs Millionen Euro sind demnach für weitere Arbeiten im Bergpark vorgesehen.

Unterstützt werden die Aktivitäten von den Fachleuten des Welterbebeirats. Bei der jüngsten Sitzung in Kassel bezeichneten sie die Reaktivierung auch im Sinne der Besucher als wünschenswert.

Denn eigentlich gibt es neben dem Steinhöfer Wasserfall, der Teufelsbrücke und dem Aquädukt eine weitere Station der Wasserspiele im unteren Bereich. Die hat allerdings seit dem Zweiten Weltkrieg niemand mehr in Betrieb gesehen. Der Neue Wasserfall wurde 1943 durch einen Bombentreffer beschädigt und ist über viele Jahre nahezu in Vergessenheit geraten. Die Überreste des Wasserfalls sind allerdings noch vorhanden. Der wurde 1826 als letztes wichtiges Bauwerk der Wasserspiele fertig. Der legendäre Wasserbaumeister Karl Steinhofer hat die Arbeiten noch betreut.

Der Standort des Neuen Wasserfalls im Bergpark. Um den kompletten Weg des Wassers bei den Wasserspielen zu sehen, bitte das Bild in der rechten oberen Ecke vergrößern.

Der sandige Untergrund in diesem Bereich machte seinen Nachfolgern bis ins 20. Jahrhundert große Probleme. Bei den jetzt anstehenden Untersuchungen soll auch dafür eine Lösung gefunden werden. Erste Erfolge auf dem Weg zur Wiederbelebung des Neuen Wasserfalls gibt es bereits. Seit einigen Jahren versucht die MHK, das Gelände wieder zugänglich zu machen.

Viel Geld stand dafür bislang nicht zur Verfügung. Mit der Unterstützung von Wintershall, K+S, B. Braun, der HNA und der Deutsche Börse AG wurde eine sogenannte Jugendbauhütte eingerichtet. Die Idee: Junge Leute machen ihr freiwilliges soziales Jahr in der Gartendenkmalpflege und arbeiten unter Anleitung am Neuen Wasserfall. Mittlerweile kann man wieder annähernd erkennen, wie der mal aussah.

Mit der Reaktivierung wäre ein weiterer Baustein für einen noch attraktiveren Bergpark möglich. Das wird aber mit Sicherheit noch einige Jahre dauern und nach ersten Schätzungen um die zehn Millionen Euro kosten.

Die Fachleute des Welterbebeirats lobten ausdrücklich die jüngsten Aktivitäten rund um den Bergpark. Dazu gehört die Sanierung des Ballhauses (neben dem Schloss), die Aufwertung der Wilhelmshöher Allee als grüne Sichtachse zwischen Stadt und Park sowie die Sanierung der Löwenburg mit der Rekonstruktion des im Krieg zerstörten Bergfrieds.

Weitere Infos und Hintergründe zum Bergpark Wilhelmshöhe gibt es im Regiowiki der HNA.

Storytelling: Der Bergpark Wilhelmshöhe

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