Sparkasse sperrt Behälter in Geschäftsstellen

Neue Betrugsmasche: Überweisungen aus Briefkästen gefischt

Kassel. Kunden der Kasseler Sparkasse haben seit einigen Tagen Probleme, außerhalb der Geschäftszeiten ihre Überweisungsformulare loszuwerden. Grund ist eine Betrugsmasche.

Nach den Erkenntnissen der Sparkasse haben Unbekannte mit Spezialwerkzeug aus der Medizintechnik ausgefüllte Überweisungsträger aus den Briefkästen gefischt und gefälschte Überweisungen in Umlauf gebracht.

So gehen die Täter vor

Die Täter, die sich an den Briefkästen von Kreditinstituten zu schaffen machen, haben es auf die Unterschriften auf den Überweisungsträgern abgesehen. Diese werden von den Tätern gefälscht und auf eigenen Formularen verwendet. Mithilfe der gefälschten Unterschriften überweisen die Unbekannten in der Regel größere Summen auf Konten, die von Mittelsmännern unterhalten werden. Um an die Formulare in den Briefkästen zu kommen, benutzen die Täter unter anderem medizinische Instrumente, an denen zangenartige Vorrichtungen angebracht sind. Die Kasseler Sparkasse verfügt über 84 Geschäftsstellen in Stadt und Landkreis Kassel.

Die Taten hätten trotz Videoüberwachung nicht verhindert werden können, sagt Sparkassen-Sprecher Michael Krath. „Wir nehmen diese Vorfälle sehr ernst, denn wir können eine Gefährdung durch Überweisungsbetrug nicht mehr eindeutig ausschließen.“ Gleichzeitig beruhigt Krath die Kunden: Finanzielle Schäden, die ihnen durch die Betrugsmasche entstünden, würden ersetzt.

Nach HNA-Informationen waren die unbekannten Täter in mehreren Fällen erfolgreich. Zu dem entstandenen Schaden macht die Kasseler Sparkasse keine Angaben. Für Kunden, die weiterhin ausschließlich auf das Überweisungsformular setzen, bedeutet die neue Regelung eine erhebliche Einschränkung beim Service. Betroffen sind vor allem Berufstätige.

Konnten die Kunden die Formulare bisher rund um die Uhr und auch am Wochenende loswerden, geht dies nun nur noch zu den Geschäftszeiten der Filialen.

Bei der Kasseler Sparkasse verweist man auf die Alternativen zum klassischen Überweisungsformular. „Nutzung unserer Selbstbedienungsterminals, Umstellung auf Lastschrifteinzug und Online-Banking“, zählt Pressesprecher Krath auf.

Die Lösung mit den Briefkästen hat man bei dem von Stadt und Landkreis Kassel getragenen Institut gleichwohl nicht abgeschrieben. Sparkassen-Sprecher Krath: „Zur Zeit sind wir mit Herstellern im Gespräch, um eine sichere Lösung zu finden.“

Von Peter Ketteritzsch

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