Investor soll für Städtische Werke Mietkauf-Gebäude für 130 Mitarbeiter errichten

Städtische Werke: Neue Büros für Betriebshof  

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Großes Areal mit vielen verstreuten Altbauten: Der Betriebshof Ost der Städtischen Werke in Bettenhausen – hier die Zufahrt zum Gelände an der Eisenacher Straße.

Kassel. Auf ihrem Betriebshof Ost in Bettenhausen wollen die Städtischen Werke bis Ende 2014 Büroraum für 130 Mitarbeiter in einem viergeschossigen Neubau schaffen. Das Vorhaben ist der Einstieg in eine Neukonzeption des weitläufigen Betriebsgeländes.

Etwa zwei Drittel der darauf verstreuten Altbauten sollen laut Werke-Vorstandschef Andreas Helbig in den nächsten Jahren Zug um Zug abgerissen werden. Eine Sanierung lohne sich nicht.

Mehrere Entwicklungen geben laut Helbig Anlass, mit der Umstrukturierung jetzt zu starten. Zum einen laufe der Mietvertrag für ein Containerbauwerk aus, in dem 50 Mitarbeiter untergebracht sind. Für sie muss Ersatz geschaffen werden.

Der zweite Grund sei der Entflechtungsprozess, zu dem die Werke 2011 von Gesetzes wegen veranlasst wurden. Die vorgeschriebene Trennung des Netz- und Vertriebsgeschäfts zog unter anderem die Gründung der Städtische Werke Netz + Service GmbH nach sich. Deren Beschäftigte, bislang auf etliche Standorte verteilt, sollen komplett in den Neubau wechseln. Auch alle Leitstände zur Netzsteuerung für Strom, Gas, Wasser und Fernwärme werden dort installiert. „Durch die Umstrukturierung haben wir uns wesentlich verändert und daher auch einen anderen Raumbedarf“, sagte Helbig.

Für den geplanten Bau sei ein Mietkauf-Modell geplant, erläutert der Werke-Chef. Ein Investor solle das mehrflügelige Bürohaus auf einer Freifläche des Betriebshofs errichten, die Werke würden es 25 Jahre lang mieten und hätten dann eine Rückkaufoption für das Grundstück. „Dies hat für uns den Vorteil, dass wir selbst kein Investitionskapital binden müssen“, sagte Helbig.

Angaben zur Investitionshöhe des Partners und zur Gesamtsumme der Mietzahlungen machte er nicht. Er verwies darauf, dass die Verträge noch nicht unterzeichnet seien und die Verhandlungsposition der Werke geschwächt werde, wenn Zahlen genannt würden. Der Abschluss stehe aber kurz bevor, der Aufsichtsrat des mehrheitlich stadteigenen Versorgers habe die Planungen abgesegnet. Baubeginn könne im kommenden Frühjahr sein, sagte Karsten Luttrup-Bauer von der Planungsabteilung der Werke. In zwei Jahren sei der Bürokomplex voraussichtlich fertig.

Kein Geld mehr für Altbauten

Wann dann weitere Teile des Betriebshofes abgerissen und ersetzt werden, stehe noch nicht fest, sagte Helbig. Es gelte bei den Werken generell die Linie: „In bestehende Altbauten wird nicht mehr investiert.“ Das Versorgungsunternehmen setze darauf, seinen Raumbedarf durch Anmietungen decken zu können – so auch am Verwaltungssitz am Königstor, in dessen Umgebung diverse Bürostandorte zugemietet wurden. Die Idee, auf dem nahen Gelände der früheren Firma Karl & Co. mit eigenem Geld eine geräumigere Zentrale zu bauen, sei frühzeitig verworfen worden.

Von Axel Schwarz

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