Auch Händler können 2G-Option nutzen

Neue Corona-Regeln für Geschäfte in Kassel: Kritik vom Einzelhandelsverband

Auch in Kassel können Veranstalter jetzt selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regelungen anwenden wollen (Symbolbild).
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Auch in Kassel können Veranstalter jetzt selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regelungen anwenden wollen (Symbolbild).

Ab sofort können Geschäfte auch in Kassel individuell entscheiden, Ungeimpften den Zugang zu verwehren. Dazu gibt es auch kritische Stimmen.

Kassel – Nach Gastronomie und Veranstaltungswesen haben nun auch Hessens Einzelhändler die Wahl, ob sie ihre Geschäfte nur noch für Corona-Geimpfte und -Genesene öffnen wollen (2G). Während in Kassel bislang keine Händler bekannt sind, die dies auch nutzen wollen, gibt es an dem Beschluss aus Wiesbaden auch Kritik.

Den Einzelhandelsverband Hessen-Nord empfehle seinen Mitgliedern, „dem nicht zu folgen“, sagte Geschäftsführer Martin Schüller. Dass die neue Option dem Handel merkliche Vorteile bringt, sehe er nicht: Kundenschlangen oder zu geringe Abstände im Laden seien inzwischen „kein Thema mehr“, der mit 2G mögliche Verzicht auf Masken wiege nicht auf, dass der Einzelhandel „einen Versorgungsauftrag“ habe, also für möglichst viele Kunden zugänglich bleiben müsse.

Es wundere ihn, so Schüller, dass die 2G-Option laut Aussage von Ministerpräsident Bouffier „auf Wünsche aus der Branche hin“ beschlossen worden sein soll. So eine Forderung habe der nordhessische Verband von seinen Mitgliedern nie gehört, geschweige denn erhoben. Er könne sich nicht vorstellen, dass eine nennenswerte Zahl von Händlern von der Möglichkeit Gebrauch macht.

Problematisch sieht Schüller, dass die Entscheidung des Landes bei vielen Menschen den Eindruck schüre, als solle 2G nun generell in den Geschäften gelten. Dieses Missverständnis sei in vielen Reaktionen und Online-Kommentaren ablesbar und falle negativ auf die Händler zurück.

Der Kasseler Verband der City-Kaufleute kennt bislang keine Mitgliedsbetriebe, die 2G nutzen wollen. Vorsitzender Alexander Wild beurteilt die Sache grundsätzlich positiv: „Jede Möglichkeit, die uns eingeräumt und nicht gesetzlich vorgegeben wird, erhöht den Spielraum für den Handel.“ Mit Blick auf das zu erwartende Gedränge im Weihnachtsgeschäft könne 2G mancherorts hilfreich werden.

Die Betreiber der beiden Kasseler Geschäfte des Modelabels Soki sowie des Schuhhauses Feist an der Neuen Fahrt erklärten gegenüber der HNA gleichlautend, ihre Läden auch weiterhin für alle Kunden offen zu halten: „Wir wollen niemanden ausschließen.“ (Axel Schwarz)

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