Fraunhofer-Institut für Bauphysik hat Modell entwickelt, das sich einfach montieren lässt

Neue Fenster für die Altbausanierung

Bessere Aussichten für Altbausanierung: Horst Stiegel (von links), Dr. Frank Walter von der gleichnamigen Fensterbaufirma und Dr. Michael Krause präsentierten das neue Fenstermodul. Foto: Dilling

Kassel. Wer bei seinem Altbau die Fassade dämmen lässt, braucht meistens auch neue, gut isolierende Fenster und ein Lüftungssystem, damit sich die Investition zur Reduzierung der Heizkosten lohnt. Doch der Einbau neuer Fenster verzögert auch die Sanierung. Sie müssen passgenau in die neu gestaltete Fassade eingesetzt werden.

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Kassel hat jetzt in Zusammenarbeit mit der Kasseler Firma „Walter Fenster und Türen“ ein Fenster wie aus dem Baukasten entwickelt. Es wird wie ein Baustein in die Fassadenlücke hineingeschoben, die das alte Fenster hinterlassen hat.

Einfache Montage

Das neue Fenstermodul wird in der Werkstatt vorgefertigt und erspart so die aufwendige Montage auf der Baustelle. Die Zeitersparnis sei vor allem bei der Sanierung von Mehrfamilienhäusern wichtig, damit die Mieter nicht so lange unter den Bauarbeiten leiden oder gar für die Dauer der Sanierung anderweitig untergebracht werden müssen, sagt der Ingenieur Horst Stiegel vom Fraunhofer-Institut.

Neben der Wärmedämmung hat er in das Modul auch die Fensterlaibung und die Fensterbank integriert. Unter der Fensterbank befindet sich eine große, herausnehmbare Box, mit der die Wissenschaftler Bauherrn eine Altbausanierung noch weiter zu erleichtern hoffen. In dem Holzkasten könnten Lüftungssysteme, die Komponenten einer neuen Haustechnik oder Heizungsrohre Platz finden.

Arbeiten von außen

Das Fenstermodul biete die Chance, einen Großteil der notwendigen Installationen von außen zu erledigen, ohne dass Termine mit den Mietern vereinbart werden müssen, sagt der Ingenieur Dr. Michael Krause vom Fraunhofer-Institut. In ein paar Tagen präsentieren die Wissenschaftler ihr Modulsystem der Kasseler Wohnungsgesellschaft GWG.

Das Demonstrationsfenster, das die Firma Walter nach den Vorgaben der Forscher gebaut hat, ist nur der erste Schritt. Das Fraunhofer-Institut arbeitet im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium bis Ende 2012 mit rund 300 000 Euro geförderten Projekts Prefab daran, durch ein System vorgefertigter, multifunktionaler Bauteile, die einfach auf der Fassade des maroden Altbaus installiert werden, dessen energetische Sanierung zu beschleunigen.

Dr. Frank Walter von der gleichnamigen Kasseler Firma sieht Marktchancen. „Auch für Neubauten hat das Fenstermodul einigen Charme“, sagt er.

Die Forscher bereiten schon einen Folgeantrag an das Ministerium vor. Sie wollen an einem Mietshaus zeigen, dass ihre Konstruktion funktioniert. Interessierte Wohnungsgesellschaften können sich beim Institut melden.

Info und Kontakt:

Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Michael Krause, Telefon 05 61/804 18 75.

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