Angebot der Friedhofsverwaltung

Neue Art von Gräbern auf dem Hauptfriedhof: Urnen unterm Monument

Neue Grabart: Jürgen Werner von der Friedhofsverwaltung zeigt das erste „Urnenkulturgrab“ auf dem Hauptfriedhof. Foto: Linke

Kassel. In einer Zeit, in der Urnenbestattungen immer mehr zunehmen, wirft die Friedhofsverwaltung Kassel ein neues Konzept auf den Markt: Um typische Grabmale früherer Epochen zu erhalten, werden sogenannte Urnenkulturgräber angelegt.

Die Grabanlage umfasst 18 Einzelgräber, in denen jeweils zwei Urnen begraben werden können. „So können sich zum Beispiel Eheleute dafür entscheiden“, sagt Jürgen Werner von der Friedhofsverwaltung Kassel.

Lesen Sie auch

Experte über die sarglose Bestattung: „Leichnam ist nicht giftig“

Das neue Urnengrabangebot beinhaltet die Reinigung, Sanierung oder Instandsetzung einer historischen Grabanlage, die Grundbepflanzung mit einem Bodendecker und die Pflege des Grabes für die Dauer der 25-jährigen Nutzungszeit.

Außerdem werden die Gräber dreimal jährlich je nach Jahreszeit bepflanzt und auch die namentliche Kennzeichnung des Verstorbenen auf einer liegenden Steinplatte ist im Preis mit inbegriffen. Dieses „Komplettangebot“ ist für 8190 Euro zu haben. „Uns ist es wichtig kulturhistorische Grabmäler zu erhalten, was jedoch sehr kostenintensiv ist“, sagt Werner. „Daher haben wir dieses Angebot entwickelt für Menschen, denen ein solcher Erhalt ebenso wichtig ist.“

Die jährliche Grabmalprüfung, die von der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben ist, könne nur von einem Steinmetz vorgenommen werden. Die Kosten dafür - eine dreistellige Summe - ist ebenso im Preis enthalten. Im Gegensatz zu einem Urnenreihengrab, kann der Platz eines Urnenkulturgrabes ausgesucht werden. So könne man bereits zu Lebzeiten sehen, ob einem der Platz sowie das historische Denkmal zusagt.

„Das Angebot kann prinzipiell auf alle älteren Stadtteilfriedhöfe ausgeweitet werden“, sagt Werner. Auf den Friedhöfen Kirchdithmold, Wahlershausen und Wehlheiden mit Beständen älterer Denkmale wäre die Umsetzung solcher Gräber ebenso möglich. „Zunächst müssen wir aber sehen, ob das Angebot angenommen wird.“

Trend zur Urnenbeisetzung

Die Friedhofsverwaltung folgt mit diesem neuen Angebot der Entwicklung hin zu pflegelosen Grabarten. Dazu zählen Urnen-Reihengräber, Urnen-Gemeinschaftsgrabstätten und die Friedparkgräber. „Der Trend zur Feuerbestattung und Urnenbeisetzung hält ungebrochen an“, sagt Werner. Die Menschen wollen zum einen keine Vepflichtungen mehr haben, zum anderen leben Familien heute nicht zwingend an einem Ort, sodass sich Kinder um die Gräber der Eltern kümmern könnten. „Die Nachfrage nach pflegeleichten Grabarten wird größer. Dennoch zeigt unser Friedparkangebot, dass die Menschen trotzdem einen Ort zum Trauern suchen“, sagt Werner. HINTERGRUND

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.