Thomas Flügge neu im Parteivorsitz neben Ute Lilly Mohnberg – Kritik an Hilgen

Neue Grünenspitze piesackt SPD

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Neue Doppelspitze: Ute Lilly Mohnberg und Thomas Flügge.

Kassel. Die Kasseler Grünen haben ein neues Führungsduo. Von diesem ist für den sozialdemokratischen Kooperationspartner mehr Gegenwind im Rathaus zu erwarten.

Bei der Wahl des neuen Parteivorsitzenden Thomas Flügge (37) und der Wiederwahl von Ute Lilly Mohnberg (31) wurde unverhohlen Kritik geäußert an der Kasseler SPD und Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Flügge forderte seine Partei auf, trotz aktueller Beteiligung am Rathausbündnis stärker in die Oppositionsrolle zu schlüpfen. Der Kampf um die Kommunalwahl 2016 hat offenbar begonnen.

Eva Koch, die vier Jahre die Grünen geführt hatte, war nicht mehr zur Wahl angetreten. Von der Doppelfunktion als Stadtverordnete und Parteivorsitzende wolle sie sich – auch aus persönlichen Gründen – entlasten. Die Kooperation mit der SPD nannte sie „schrecklich-schön“. Sie attestierte den Sozialdemokraten eine „eigenwillige Gesprächskultur“, die sie in vielen Hinterzimmergesprächen kennengelernt habe.

Flügge, der für Koch in die Führungsposition wechselte, nutzte seine Bewerbungsrede vor der Kreismitgliederversammlung für einen Rundumschlag zur Kasseler Stadtpolitik. FDP, CDU und Linke seien entweder zu zerstritten, zu unbedeutend oder zu orientierungslos, um – etwa beim Thema Freibäder – auf Konfrontationskurs mit Hilgen und der SPD zu gehen. Deshalb seien die Grünen gefragt, aufzupassen, „dass die SPD nicht selbstherrlich wird.“

Am Ende seiner Rede erteilte der ehemalige Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, der inzwischen an der Uni Kassel arbeitet, Hilgen eine Kampfansage. Der Oberbürgermeister habe 2005 mit dem Slogan, zwölf Jahre Lewandowski sind genug, über seinen Vorgänger triumphiert. „Wenn wir diesen Spruch 2017 wieder für zutreffend halten, müssen wir in den nächsten beiden Jahren die Weichen stellen“, sagte Flügge. Er wurde mit 34 Stimmen (eine Gegenstimme, vier Enthaltungen) zum Vorsitzenden gewählt. Mohnberg hat das Führungsamt bereits seit zwei Jahre inne. Sie wurde mit 31 Ja- und sieben Neinstimmen in ihrer Position bestätigt.

Die Grünen haben 290 Mitglieder und hatten – im Gegensatz zu den anderen Parteien – zuletzt einen Zuwachs.

Von Bastian Ludwig

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