Trotz Bombenfund, Hochwasser und Transportproblemen soll der Zeitplan eingehalten werden

Neue Hafenbrücke bis Herbst fertig - Kosten bei 15 Millionen Euro

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110 Meter lang: Die Hafenbrücke soll nach drei Jahren Bauzeit im Herbst fertig werden. Foto:  Herzog/Charterflug Kassel, Knabe

Kassel. Die Hafenbrücke in Kassel ist für den Autoverkehr so wichtig, dass sie im laufenden Betrieb erneuert wird. Das dauert drei Jahre und kostet 15 Millionen Euro.

Wenn eine Brücke alt ist und nicht mehr saniert werden kann, dann reißt man sie ab. Es dauert dann ein gutes Jahr, bis der Neubau steht. Normalerweise. Bei der Hafenbrücke ist das anders. Sie wird im laufenden Betrieb saniert.

„Für Kassel ist das eine Premiere, anderswo wurde so etwas schon häufiger gemacht“, sagt die Bauingenieurin Binasa Bidzan-Cornelius.

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Die Fachfrau für Brückenbau im Kasseler Straßenverkehrsamt ist froh, dass die Arbeiten derzeit gut vorangehen. Lediglich das Hochwasser im Januar sorgte für eine kurze Unterbrechung. „Damit muss man rechnen, wenn man an einer Fuldabrücke arbeitet“, sagt sie. Je nachdem, wie die Witterung mitspielt, soll die Brücke im Spätsommer oder Herbst fertig werden. Und das, obwohl es bislang einige Verzögerungen gab.

Im Juni 2009 kamen die Stahlträger für die erste Hälfte der neuen Brücke erst mit zwei Wochen Verspätung an. Es gab Probleme mit den Transportgenehmigungen für die bis zu 55 Meter langen und 40 Tonnen schweren Bauteile.

Anfang Februar 2010 wurde eine 3,6 Tonnen schwere Betonschere im Wert von 80 000 Euro von der Baustelle gestohlen. Für den Abbruch der alten Brückenteile musste ein Ersatzgerät ran.

Mitte Februar 2010 holte ein Baggerfahrer mit der Schaufel seines Arbeitsgeräts eine Brandbombe aus dem Flussbett der Fulda. Die 30 Kilogramm schwere Bombe wurde vom Kampfmittelräumdienst entschärft.

Im November 2010 kam ein Schwertransport mit weiteren Stahlträgern erst mit drei Wochen Verspätung in Kassel an. Die Polizei hatte den Lastzug am Rasthof Göttingen überprüft und festgestellt, dass die zulässige Achslast überschritten war.

Mittlerweile sind alle nötigen Stahlträger für die 110 Meter lange Brücke vor Ort. Wenn der Fahrbahnbelag und der Gehweg auf dem zweiten Teil des Neubaus fertig sind, wird der Verkehr über diesen Bereich geleitet. Das soll im Frühjahr geschehen. Voraussichtlich im Juni kommt es zum wohl spektakulärsten Moment der Bauarbeiten. Die neue Brückenhälfte, über die derzeit der Verkehr läuft, steht auf einem provisorischen Fundament. Sie wird 20 Meter weiter auf ihren festen Platz geschoben. Ganz langsam und sehr vorsichtig. „Das wird sieben bis acht Stunden dauern“, sagt Bauingenieur Volker Wünsche. Die provisorischen Brückenpfeiler haben dann ausgedient und werden wieder abgerissen.

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