KVG: Schienen auf alter Trasse möglich - Förderung ungewiss

Vorstudie der KVG: Herkulesbahn würde 13,4 Millionen Euro kosten

Kassel. Eine neue Herkulesbahn ist technisch machbar, sie würde von deutlich mehr Fahrgästen als der Bus genutzt, und sie würde 13,4 Millionen Euro kosten. Das sind die wichtigsten Punkte einer Vorstudie, die die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) jetzt vorgelegt hat.

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Sie erfüllt damit einen Auftrag der Stadtverordneten, die eine Entscheidungsgrundlage haben wollten. Auf der alten Trasse der 1966 stillgelegten Herkulesbahn könnten wieder Schienen verlegt werden. Die würden ab der heutigen Endhaltestelle einspurig links neben der Druseltalstraße verlaufen, die Fahrbahn oberhalb der Gaststätte Neu-Holland kreuzen und durch den Wald zum Herkules führen. Bei einer Ortsbegehung habe man mit Vertretern von Hessen-Forst, der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und Kassel Marketing gesprochen, sagt KVG-Vorstand Thorsten Ebert. Bedenken gegen die Streckenführung gebe es nicht.

Eine Bahnverbindung vom Bahnhof Wilhelmshöhe bis zum Herkules würde nach den Berechnungen der KVG von 175 000 Menschen pro Jahr genutzt. Heute kommen nur sechs Prozent der Herkules-Besucher (25.000) mit dem Bus. Die KVG hat die Investitionskosten für die Schienenverbindung und die Betriebskosten grob berechnet. Sollte das Projekt vom Land gefördert werden, käme auf die Stadt Kassel ein jährlicher Zuschussbedarf von 400.000 Euro zu. Ohne Förderung wären es 1,1 Millionen Euro.

Bilder: So war die alte Herkulesbahn

So war die alte Herkulesbahn

Linie 13: Die Aufnahme aus den 1950er Jahren entstand an der Kreuzung zur Heinrich-Schütz-Allee. Damals war die Bebauung noch nicht so dicht wie heute. Man konnte noch nahezu ungestört über Kassel blicken. Alle Fotos auf dieser seite stammen aus dem Nachlass von Otto Schlarbaum.
Linie 13: Die Aufnahme aus den 1950er Jahren entstand an der Kreuzung zur Heinrich-Schütz-Allee. Damals war die Bebauung noch nicht so dicht wie heute. Man konnte noch nahezu ungestört über Kassel blicken. Alle Fotos auf dieser seite stammen aus dem Nachlass von Otto Schlarbaum.
So war die alte Herkulesbahn
Ende der Linie 13: Am 11. April 1966 rollte die Herkulesbahn zum letzten Mal durchs Druseltal. Die beiden Fahrzeuge konnten die vielen Menschen, die nochmal mitfahren wollten und sich an der Endstation dem Fotografen stellten, kaum aufnehmen. © Lengemann
So war die alte Herkulesbahn
 © Archiv
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Von 1903 bis 1966 brachte sie die Fahrgäste zum Herkules und auch wieder zurück: Die Herkulesbahn, die hier auf einem Bild in den Anfangsjahren festgehalten wurde. © Archiv
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Bergbahn-Idylle: Ein Zug der Herkulesbahn auf dem Weg zur Endstation im Bergpark Wilhelmshöhe. Die einstige Endstation (links im Bild) lag unterhalb des Herkules-Bauwerks. © Archiv
So war die alte Herkulesbahn
Endstation Herkules, damals bequemer Ausgangspunkt für Wanderungen im Habichtswald. © Archiv
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Straßenbahnaustellung im Stadtmuseum Aus Alt mach’ Neu: Von 1903 bis 1966 fuhr die Herkulesbahn bereits vom Palmenbad zum Herkules. Ein altes Plakat zeigt die damaligen Preise in Pfennig. © Archivfoto/Repro: Lantelme
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Wagen 5 mit altem Bügel © Archiv
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Einfahrt zum Steinbruch, Druseltal © Archiv
So war die alte Herkulesbahn
 © Archiv
So war die alte Herkulesbahn
Alte Zeiten, alte Kleidung © Archiv
So war die alte Herkulesbahn
Neu Holland einst © Archiv
So war die alte Herkulesbahn
Wagen 21, Bj. 1903, Crede; 8,12 m Länge, 42 Personen, hier beim Reichskriegertag 1936 © Archiv
Abzweig im Druseltal: An der Gaststätte Neuholland, die bis heute in Betrieb ist, bog die Straßenbahn in Richtung Herkules ab.
Abzweig im Druseltal: An der Gaststätte Neuholland, die bis heute in Betrieb ist, bog die Straßenbahn in Richtung Herkules ab.
So war die alte Herkulesbahn
Wagen 28, Bj: 1909, Herbrand; 9,57 m Länge, 33/44 Personen, Normalbesetzung und Ausnahmefälle © Archiv
So war die alte Herkulesbahn
Auf der Brücke an der Kohlenstraße © Archiv
Attraktive Endstation: Hier stiegen die Fahrgäste aus und gingen das letzte Stück zu Fuß.
Attraktive Endstation: Hier stiegen die Fahrgäste aus und gingen das letzte Stück zu Fuß.
So war die alte Herkulesbahn
 © Archiv
privat
Zeitreise: Letzte Fahrt der Herkulesbahn durch die Hugo-Preuß-Str. vorbei am Luisenhaus © Archiv
So war die alte Herkulesbahn
Herkulesbahn im Winterkleid. 1956 © Kurt Hohman/nh

Die Förderfähigkeit sieht die KVG skeptisch. Voraussetzung für eine Prüfung durch das Land ist ein Beschluss der Stadtverordneten. Die müssten zusagen, dass die Bahn realisiert werden soll. Selbst wenn alle Hürden schnell genommen würden, könnte die neue Herkulesbahn nach Einschätzung von Fachleuten nicht vor dem Jahr 2016 in Betrieb gehen.

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