Kulturbahnhof: Nachrichtenmeisterei will sich vergrößern

Neue Ideen fürs Quartier

Im Blick der Kreativen: Das alte Zollamt und die angrenzenden Hallen sollen zu einem Ort für die Kreativwirtschaft entwickelt werden, so plant es die Nachrichtenmeisterei. Fotos: Koch

Mitte. Große Pläne für die Kreativwirtschaft im Quartier rund um den Kasseler Kulturbahnhof: Die Nachrichtenmeisterei will sich vergrößern und hat Hallen im Nordbereich des Bahnhofsgeländes im Blick. Bisher hatte die Organisation von Kreativschaffenden einen Standort im Südbereich des Kulturbahnhofs. Damit könnte Leben in viele leer stehende Gebäude kommen.

Außerdem soll die zum Verkauf stehende ehemalige Textilfabrik Brandt an der Rothenditmolder Straße zu einem neuen Ort für Kulturschaffende werden. Die Pläne dazu stellten die Nachrichtenmeisterei, das Architekturbüro Sprengwerk sowie die Betreiber von ARM und Lolita-Bar auf einer gemeinsamen Veranstaltung vor.

Alexandra Berge und Sebastian Fleiter sagten, dass der bisherige Standort der Nachrichtenmeisterei im Südbereich an seine Platzgrenzen stoße. Deswegen seien seit Dezember nach und nach Räumlichkeiten im Norden angemietet worden, wo sich früher das Zollamt befand.

An einen Abriss der alten Hallen denke die Nachrichtenmeisterei allerdings nicht. Berge und Fleiter wollen mit der bestehenden Bausubstanz der alten Verladehallen arbeiten. „Leute in der Kreativwirtschaft können mit solch rustikalen Räumen oft viel mehr anfangen als mit neu gebauten Gründerzentren“, sagte Fleiter. Der Nachrichtenmeisterei schwebe dort so etwas wie eine Ladenstraße der Kreativwirtschaft vor.

Überraschungen mit Bahn

Inwiefern sich die Pläne verwirklichen lassen, hängt entscheidend von der Deutschen Bahn und ihre verbundenen Firmen als Vermieter ab. Allerdings böten Verhandlungen um Mieten und Nutzungen immer auch Überraschungen, berichtete Fleiter. So sei beispielsweise der Abschluss eines Mietvertrages für ein Gebäude kürzlich aus unerfindlichen Gründen abgesagt worden. Dabei sei man sich im Prinzip einig gewesen. Einen anderen Mieter scheine es für die Immobilie aber auch nicht zu geben.

Platz soll auch einige Meter an der Wolfhager Straße entstehen. Dort will eine Initiative die Textilfabrik Brandt neu nutzen. An deren Spitze stehen Matthias Tunnemann vom Architekturbüro Sprengwerk und Ralph Raabe, Betreiber des Clubs ARM. Sie wollen eine Firma gründen, die das Gelände kaufen möchte. Leckerbissen sei das Hochregallager, das der Skate-Verein Mister Wilson bereits als neue Halle „in sein Herz geschlossen hat“, sagte Tunnemann.

Über die Modalitäten des Kaufs stehe man derzeit in Verhandlung mit dem jetzigen Eigentümer. Die Ahlers AG aus Herford stehe dem geplanten Konzept offen gegenüber und wolle Tunnemann und Raabe die nötige Zeit zur Gründung der neuen Eigentümergesellschaft einräumen.

Tunnemann betonte, dass das Kunsthaus Brandt – so der Arbeitstitel – keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten werden solle. „Wir stimmen uns ab und entwickeln die Projekte gemeinsam.“ Derlei Befürchtungen äußerten Elfi und Pitze Eckhart, die das Atelier- und Logierhaus „Fenster zum Hof“ an der Erzberger Straße betreiben. Archivfotos: Malmus, Hein, Michaelis

Von Claas Michaelis

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