Neue Immobilien-Studie: Kassel ist ein attraktiver Standort

Kassel. Der Immobilienmarkt in Nordhessen ist zweigeteilt: Während die Branche für die aufstrebende Stadt und den Speckgürtel auch künftig eine anhaltende Dynamik prognostiziert, sieht sie für die Landkreise eine eher schwache Entwicklung.

Das ist das Ergebnis der jüngsten Studie der DG HYP, einem der größten Immobilienfinanzierer in Deutschland, der zum genossenschaftlichen Bankenverbund der Volks- und Raiffeisenbanken gehört. Sie wurde gestern während der Fachveranstaltung Regionen-Dialog im Hotel Reiss präsentiert.

Als Grund für den positiven Ausblick nennt die Studie die gute wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, die wachsende Studentenzahl, die sich in den vergangenen sieben Jahre auf 23 000 mehr als verdreifacht hat, sowie die zunehmende Zuwanderung aus dem Umland. Die Folge: Seit 2009 sind die Mieten um jährlich fünf Prozent gestiegen. In Neubauwohnungen liegen sie bei durchschnittlich sieben Euro je Quadratmeter. Guter Wohnraum sei knapp, heißt es.

Bei Handelsflächen sehen die Autoren eine ähnliche Entwicklung. Durchschnittliche Top-Lagen haben sich seit 2003 um 17 Prozent verteuert und nach Einschätzung der Autoren im Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung noch ordentliches Potenzial nach oben. Nach DG-Hyp-Angaben wird in Kassel mit 95 Euro eine Spitzenmiete gezahlt. Sie dürfte nach Angaben der Immobilienspezialisten auf über 100 Euro steigen.

Auch Logistikflächen sind gefragt, vor allem in Kassel und Speckgürtel, aber auch in Bad Hersfeld, dem Kreuz der Autobahnen A4/A5 und A7. Im Schnitt koste der Quadratmeter 3,70 Euro. Im bundesweiten Vergleich sieht die Studie Nordhessen im vorderen Drittel und erwartet einen weiteren moderaten Anstieg.

Dagegen geht sie bei Büroflächen von einer stabilen Situation aus. Es seien genügend vorhanden. Die Mieten seien auf hohem Niveau stabil und bewegten sich im Rahmen der Preise in vergleichbaren Städten wie Erfurt, Ludwigshafen und Saarbrücken.

Ganz anders die Situation in den Kreisen Schwalm-Eder-, Werra-Meißner, Waldeck-Frankenberg und Hersfeld-Rotenburg, in denen Wohn-, Büro- und Handelsflächen seit 2003 kaum teurer geworden sind. Nur der Landkreis Kassel setzt sich hier deutlich ab: Die Preise für neuen Wohnraum und Büroflächen sind weitgehend stabil geblieben. Wohnraum im Bestand und Handelsflächen verteuerten sich aber um zwölf beziehungsweise 17 Prozent: Grund ist der boomende Speckgürtel mit Gro´ßbetrieben wie Volkswagen, der zum Kreis gehört

Wolfgang Osse vom Vorstand der Kasseler Bank bescheinigt der Stadt Kassel eine „hohe Lebensqualität“ und sieht gute Aussichten für den Immobilienmarkt. DG-Hyp-Vorstandschef Dr. Georg Reutter verweist auf Kassels zentrale Lage in der Mitte Europas sowie die gute Verkehrsinfrastruktur und erkennt „interessantes Potenzial für Immobilien-Investitionen“.

Von José Pinto

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