Konzept für östliche Stadtteile

Neue Leitlinie für Kassels Aufschwung Ost

Kassel. Der Kasseler Osten ist schon lange viel besser als sein Ruf. Da sind sich die Ortsvorsteher der vier östlich der Fulda gelegenen Stadtteile übereinstimmend ganz sicher.

Damit es im Osten weiter vorangeht, liegt jetzt ein Stadtentwicklungskonzept für Bettenhausen, Forstfeld, Waldau, und Unterneustadt vor. Dort leben 25 700 der insgesamt 197 000 Stadtbewohner.

Die Akte Ost ist 300 Seiten stark. Drei Jahre hat die Stadtverwaltung an dem Konzept gearbeitet. Die Einwohner im Osten, auch Kinder und Jugendliche, haben sich am Zukunftsprogramm beteiligt. Wenn die Stadtverordnetenversammlung den Katalog mit 70 Einzelvorhaben im Frühsommer 2015 beschließt, ist das ein Auftrag an die Verwaltung. Die ist in den nächsten 15 Jahren an die Ziele gebunden. „Wir hoffen, dass die guten Ideen auch rasch in die Tat umgesetzt werden“, gibt Forstfelds Ortsvorsteherin Brigitte Ledderhose (SPD) ein weiteres Ziel vor.

Es geht um mehr und bessere Fuß- sowie Radwege, um die Schaffung von mehr Parks und Grünflächen, aber auch um die Einrichtung von neuen Netzwerken für Kultur oder Stadtteilmanagement oder den Bau eines Familien-Sportplatzes nach Bad Hersfelder Vorbild. Das Ost-Konzept soll noch verstärken, was Waldaus Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD) so formuliert: „Wir sprechen mit einer Stimme und wollen alle gemeinsam, dass der Osten nach vorne kommt.“

Für die Vorhaben will die Stadt auch Geld aus den Fördertöpfen der Europäischen Union schöpfen, aus dem Fonds für regionale Entwicklung und dem Sozialfonds sowie aus der Städtebauförderung des Bundes, kündigt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) an. Diese Geldquellen anzuzapfen, soll mit der Leitlinie besser gelingen. Die Verwaltung werde damit „effizienter, wirksamer und zielgerichteter“ am Aufschwung Ost mitarbeiten können.

Alle sozialen und kulturellen Einrichtungen in den vier Stadtteilen sollen erhalten bleiben und teils ausgebaut werden. Die Bildung steht im Blickpunkt, weil im Osten viel mehr junge Menschen wohnen als in der übrigen Stadt. Das vielfältige und preiswerte Wohnungsangebot soll erhalten und durch neue, barrierefreie gehobene Wohnungen ergänzt werden. Die zentrale Strategie lautet: „Wir wollen die Lebensqualität für die Bewohner verbessern“, sagt Stadtplanerin Annette Spielmeyer.

Weitere Verbesserungen sind gefragt. In der Unterneustadt gebe es keine Bürgerräume, sagt Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne). Das gilt auch für Bettenhausen, den bevölkerungsreichsten Ost-Stadtteil. „Wir freuen uns darauf, Chancen und Entwicklungen gemeinsam mit der Stadtverwaltung anzupacken“, sagt Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD). Dafür sei das Stadtentwicklungskonzept eine gute Leitlinie.

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