Obwohl viele Fleischereien geschlossen wurden

Gegen den Trend: Neue Metzgerei öffnet im Vorderen Westen in Kassel

Sie eröffnen Ende Mai: Uwe und Andrea Armbröster vor ihrer Fleischerei an der Friedrich-Ebert-Straße 143. Öffnungszeiten: Mo bis FR, 8 bis 18.30, Sa, 8 bis 13 Uhr. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Während in den vergangenen Jahren zahlreiche Fleischereifachgeschäfte in Kassel geschlossen worden sind, eröffnen Uwe und Andrea Armbröster Ende Mai eine neue Fleischerei.

Und zwar an der Friedrich-Ebert-Straße, kurz vor dem Bebelplatz im Vorderen Westen. Wie funktioniert das so, voll gegen den Trend? „Wir sind eine Bio-Metzgerei. Dieser Markt wächst noch“, sagt der 55-jährige Armbröster, der seinen Bio-Bauernhof in Lohfelden-Vollmarshausen hat.

Bislang sind die Armbrösters, bei denen es nur Bio-Fleisch gibt, mit einem Stand in der Kasseler Markthalle vertreten. „Da haben wir so viel zu tun, dass wir das alles ein wenig entzerren möchten“, sagt Andrea Armbröster. Viele ihrer Kunden leben im Vorderen Westen, von daher habe man sich auch für den Laden entscheiden, in dem bislang ein Wollgeschäft war. Direkt nebenan ist die Vollkornbäckerei Brotgarten. Das passe gut zusammen.

Neben der Metzgertheke wird es in dem neuen Geschäft, in das die Armbrösters 200 000 Euro invetieren, einen Stehimbiss geben. Während viele Metzgereien händeringend Personal suchen, haben die Armbrösters Glück gehabt: Ihr zukünftiger Schwiegersohn sowie zwei Fleischereifachverkäuferinnen wurden für den Laden angestellt. Darüber hinaus ein weiterer Metzger. „Es kommt darauf an, was man bezahlt“, sagt Uwe Armbröster. „Wenn man die Leute nur ausbeutet, bekommt man auch kein gutes Personal.“

Unweit des neuen Standorts, an der Lassallestraße, hat Uwe Armbröster vor 28 Jahren eine kleine Bio-Metzgerei eröffnet. Die gab es etwa fünf Jahre, bevor er in die Markthalle wechselte. Anfang der 1990er-Jahre habe er mit dem Bio-Fleisch kaum Umsatz gemacht. „Ohne die Landwirtschaft hätten wir das damals nicht geschafft. Mittlerweile ist es umgedreht. Ohne die Metzgerei könnten wir die Landwirtschaft nicht halten.“

Da die Nachfrage nach Bio-Fleisch so groß ist, haben die Armbrösters jetzt noch einen neuen Schweinestall und Maststall gebaut, wo sie Platz für 400 Schweine und 400 Ferkel haben. „Bio-Schweine sind sehr knapp“, sagt Armbröster. Das macht sich auch beim Preis bemerkbar: Während ein Kilo konventionelles Schwein 1,40 Euro kostet, wird für das Kilo Bio-Schwein 3,80 Euro gefordert. Beim Rind ist der Unterschied nicht so groß. Konventionelles Rind kostet 3,80 Euro, Bio-Rind 4,20 Euro.

Die Metzgerei, die ein Vollsortiment (Rind, Kalb, Schwein, Geflügel, Lamm) anbietet, beziehe das Fleisch nur aus der eigenen Landwirtschaft und von Bio-Bauern, die man schon jahrelang kenne.

Sein Vater habe 1980 den Hof bereits auf einen Biobetrieb umgestellt, erzählt Armbröster. Damals sei sein Vater als relativ junger Mann an Magenkrebs erkrankt und wollte deshalb etwas ändern. Sein Vater wird demnächst 80.

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