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Neue Omikron-Variante in Kassel angekommen

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Von: Anna Weyh

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Inzidenz ist nicht aussagekräftig: Denn nicht alle Menschen lassen noch nach einem positiven Schnelltest einen PCR-Test machen.
Inzidenz ist nicht aussagekräftig: Denn nicht alle Menschen lassen noch nach einem positiven Schnelltest einen PCR-Test machen. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Corona-Inzidenzen sind wieder rückläufig. Sie eignen sich jedoch nicht mehr dazu, das Infektionsgeschehen richtig einzuschätzen.

Kassel – Fragen und Antworten über die aktuelle Corona-Lage in der Region Kassel.

Wie aussagekräftig sind die aktuellen Corona-Inzidenzen?

Der Inzidenzwert zeichnet nur ein ungenaues Bild der Infektionslage ab, heißt es vonseiten des Gesundheitsamts. „Zum einen kann es weiterhin zu Verzögerungen bei der statistischen Erfassung kommen und zum anderen scheinen nicht mehr alle Infizierten einen PCR-Test zur Bestätigung ihrer Infektion durchzuführen“, sagt ein Sprecher. Nur positive PCR-Testungen seien jedoch ausschlaggebend für die Inzidenz. Infizierte ohne PCR-Test werden somit nicht in der Statistik geltend.

Müssen Infizierte noch immer einen PCR-Test nach positivem Schnelltest machen?

Bei einem positiven Schnelltest muss weiterhin unverzüglich ein PCR-Test durchgeführt werden, heißt es auf der Webseite des Landes Hessen. „Positive Antigen-Testungen in den öffentlichen Teststellen werden dem Gesundheitsamt von diesen gemeldet“, sagt ein Sprecher. Auch sie können jedoch aus den gleichen Gründen wie positive PCR-Tests ebenfalls nur ein ungenaues Bild der tatsächlichen Infektionslage abbilden.

Wie lässt sich das aktuelle Infektionsgeschehen einschätzen?

„Der Hospitalisierungswert ist zur Einschätzung der aktuellen Infektionslage besser geeignet“, sagt ein Gesundheitsamt-Sprecher. Der Wert zeigt die hospitalisierten Covid-19-Fälle unter den in den vergangenen sieben Tagen gemeldeten Fällen bezogen auf 100 000 Menschen. Für Hessen beträgt er aktuell 6,12 und ist damit rückläufig – in der vergangenen Woche betrug die Hospitalisierungsrate noch 6,8. Aktuell befinden sich 81 infizierte Personen in den Krankenhäusern der Region Kassel, acht davon werden intensivmedizinisch betreut. Das sind zwei weniger als am Vortag.

Gibt es in der Region Kassel schon Fälle der neuen Omikron-Variante?

Die TU Darmstadt führe für das Land Hessen Untersuchungen auf das Vorkommen des Coronavirus im Abwasser durch. Dabei werden regelmäßig auch die vorkommenden Virusvarianten untersucht. „Im Abwasser der Stadt Kassel wurde die Omikron-Untervariante BQ.1 seit Ende Oktober nachgewiesen, jedoch in einem sehr geringen Umfang von unter zehn Prozent“, heißt es vonseiten des Gesundheitsamts. Derzeit sind dem Gesundheitsamt vier Erkrankungsfälle mit der hochansteckenden Omikron-Variante BQ 1.1 in der Region Kassel bekannt. Jedoch werden bundesweit positive PCR-Befunde nur zu einem geringen Anteil sequenziert, also auf das Vorliegen einer Virusvariante untersucht. Dadurch sei bei sehr vielen Befunden die Variante nicht bekannt.

Wie wird das neue Impfzentrum in der Stadt Kassel angenommen?

Im neuen Impfzentrum in der Stadt Kassel lassen sich täglich zwischen 120 und 200 Personen impfen. „Inklusive der Impfungen im Impfbus und bei den Einsätzen der mobilen Impfteams in Alten- und Pflegeheimen wurden in der vergangenen Woche 967 Impfungen gegen Covid-19 durchgeführt“, so ein Sprecher. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Dritt- und Viertimpfungen.

Was empfiehlt das Gesundheitsamt: Wer sollte sich ein viertes oder fünftes Mal impfen lassen?

„Grundsätzlich gelten die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko)“, sagt ein Gesundheitsamt-Sprecher. Für folgende Personengruppen wird demnach eine vierte Impfung sechs Monate nach dem letzten immunologischen Ereignis (Impfung oder Infektion) empfohlen: für Personen ab 60 Jahren, Personen ab zwölf Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe, Personal in medizinischen und Pflegeeinrichtungen sowie für Bewohnende in Einrichtungen der Pflege.

Die Stiko gehe zudem davon aus, dass Personen, die während der seit Dezember 2021 laufenden Omikronwelle noch keine Corona-Infektion durchgemacht haben, von einer Auffrischimpfung mit einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff profitieren, so das Gesundheitsamt. „Die Impfentscheidung ist aber immer eine Einzelfallentscheidung, die erst nach einem individuellen ärztlichen Beratungs- und Aufklärungsgespräch geklärt werden kann“, sagt der Sprecher.

Wo gibt es Impfungen in Stadt und Landkreis Kassel?

In der ehemaligen Sportarena, Obere Königsstraße 43/Ecke Treppenstraße wird montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geimpft. Es ist keine Anmeldung nötig. Es gibt die Impfstoffe von Biontech (ab zwölf Jahre), Moderna (ab 30 Jahre), Valneva (ab 18 bis 50 Jahre, dienstags von 14 bis 18 Uhr), Novavax (ab 18 Jahre, mittwochs 14 bis 18 Uhr), Biontech Kinder (fünf bis elf Jahre, freitags 14 bis 18 Uhr). Außerdem hat das Impfzentrum am ehemaligen Flugplatz Calden mittwochs und freitags von 13.30 bis 19 Uhr geöffnet. Termine müssen vorab vereinbart werden.

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