Milionen-Investitionen

Neue Schule und Wache: Große Pläne für den Kasseler Osten

Die Offene Schule Waldau, auf der Freifläche davor sind die Neubauten geplant.
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Platz für Millionen-Investitionen: Auf den Freiflächen an der Offenen Schule Waldau sollen der Schulneubau und die neue Feuer- und Rettungswache errichtet werden.

Ein Neubau für die Offene Schule, eine neue Wache für Berufsfeuerwehr, Rettungsdienst, Freiwillige Feuerwehren und Katastrophenschutz: Millionen Euro sollen in Waldau investiert werden.

Kassel – Auf den Rasen- und Feldflächen neben der Offenen Schule Waldau (OSW) plant die Stadt Kassel Investitionen in Millionenhöhe. Auf dem rund 6,5 Hektar großen Areal sollen in den nächsten Jahren der Neubau für die Schule sowie eine Feuer- und Rettungswache für den Kasseler Osten errichtet werden. Die Pläne sind am Dienstagabend erstmals so konkret in der Sitzung des Ortsbeirats Waldau vorgestellt worden. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Wo sollen die Neubauten errichtet werden?

Auf der Fläche zwischen Wahlebach/Bahngleis, Forstbachweg, Marie-Curie-Straße und Kasseler Straße (Grafik). Der Schulneubau ist östlich des bisherigen Gebäudes geplant. Darunter soll die neue Wache gebaut werden.

Wie wird die neue Schule aussehen?

Das steht noch nicht fest. Vorschläge sollen durch den jetzt startenden Architektenwettbewerb auf den Tisch kommen. Klar ist, dass von der bisherigen Schule nur Turnhalle, Mensa und Ottoneum bleiben werden. Alles andere soll der Neubau beinhalten, übrigens auch Räume für die Stadtteilbibliothek und das Jugendzentrum. Wie Julia Jaentsch (Stadtplanung) ankündigte, soll laut Zeitplan der Bau im zweiten Quartal 2022 beginnen und Ende 2023 abgeschlossen werden. Wenn die Schüler in den Neubau eingezogen sind, soll der Abbruch der bisherigen Gebäude beginnen.

Wer wird die neue Wache nutzen?

Die Feuer- und Rettungswache Ost soll der dritte Standort der Berufsfeuerwehr sowie der Standort für den Rettungsdienst, die Freiwilligen Feuerwehren Waldau und Bettenhausen/Forstfeld sowie für den Katastrophenschutz werden. Geplant wird der Neubau mit einer Bruttogrundfläche von rund 7780 Quadratmetern, die Herstellungskosten werden auf rund 22,2 Millionen Euro geschätzt. Laut Zeitplan soll der Bau Mitte 2022, also parallel zum Schubau, beginnen und Ende 2024 fertig werden.

Was wird aus den bisherigen Feuerwehrhäusern?

Die Standorte im Faustmühlenweg (Forstfeld) und in der Waldemar-Petersen-Straße (Waldau) werden aufgegeben. Sie seien in sehr schlechtem baulichen Zustand und könnten nicht mehr saniert werden, betont die Stadt.

Warum ist der Bau der Wache notwendig?

Nach dem 2017 beschlossenen Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr muss ein weiterer Standort der Berufsfeuerwehr im Kasseler Osten geschaffen werden, weil die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten nicht immer eingehalten werden kann.

Was ist für den Katastrophenschutz vorgesehen?

Der Standort wird das Katastrophenschutzlager für die Stadt Kassel, in dem die gesamte Schutzausrüstung gelagert und geprüft werden soll. Fahrzeuge und Materialien, die derzeit in angemieteten Hallen in Bettenhausen untergebracht sind, werden dann nicht mehr benötigt.

Wie sieht das Konzept zum Bau und Betrieb aus?

Die Stadt Kassel will den Bau der Wache und den Betrieb über ihre städtischen Unternehmen realisieren. Vorteil: Wenn die GWG Projektentwicklung GmbH (GWGpro) und die Immobilien GmbH & Co. KG das umsetzen, muss die Stadt die Bauten erst nach Fertigstellung finanzieren, indem sie dafür Miete zahlt. Deshalb will die Stadt einen Bewirtschaftungsvertrag mit der GWGpro für die laufende Instandhaltung (über rund 56 000 Euro pro Jahr) sowie einen Contractingvertrag mit der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) für die technische Gebäudeausstattung (über rund 8,4 Millionen Euro) abschließen. Letzterer beinhaltet etwa die Versorgung mit Wärme, Licht und Strom.

Wie hat der Ortsbeirat auf die Pläne reagiert?

Das Gremium hat die Neubaupläne wohlwollend und ohne Diskussion zur Kenntnis genommen. Richtig spannend werde es erst, wenn man wisse, wie die neuen Gebäude aussehen und sich in das Gelände einfügen, sagte Ortsvorsteher Joachim Bonn.

Wird der Straßenverkehr stark zunehmen?

Das fragte ein Besucher der Ortsbeiratssitzung. Laut Stadt und Planungsbüro werden Schule und Wache über den Forstbachweg erschlossen. Dazu müssen die Straße und vor allem die Brücke über den Walmebach ausgebaut werden. Künftig sei mit mehr Verkehr auf dem Forstbachweg zu rechnen, dieser sei aber als Hauptverkehrsstraße eingestuft.

Warum gibt es politischen Streit um die Wache?

Im Finanzausschuss haben SPD, CDU und AfD die Wache mitgetragen. Unter anderem lehnten es Grüne und Linke ab, ein 30 Millionen Euro teures Projekt ohne Aussprache zu beschließen. Grünen-Fraktionschef Boris Mijatovic: „Wir kritisieren das Verfahren, nicht die Projekte.“

Das lässt die SPD aber nicht gelten. Mit dem Bau der Wache im Kasseler Osten setze man einen Stavo-Beschluss von 2017 um, dem auch die Grünen zugestimmt hätten, betont Wolfgang Decker. Bei dem Projekt gehe es „im Ernstfall um Leben und Tod“.

„Der Neubau der Feuerwache hat für uns vor Ort höchste Priorität, um auch weiterhin die Sicherheit im Kasseler Osten zu garantieren“, sagte die Vorsitzende Esther Kalveram für die Forstfelder SPD. Grüne und Linke seien scheinbar bereit in Kauf zu nehmen, dass man im Kasseler Osten weniger sicher leben könne als im Westen.

Wann fällt die Entscheidung über den Neubau?

Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass der Raum- und Flächenbedarf für die neue Feuer- und Rettungswache auf der Fläche in Waldau abgebildet werden kann. Grünes Licht für den Neubau soll die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Montag, 7. Dezember, geben.

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