Vor dem Umzug werden 100.000 Teile eingepackt

Das neue Stadtmuseum: Kehraus in der Schaustelle

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Vor dem Auszug aus der Schaustelle: Das Team vom Stadtmuseum mit (von links) Waltraud Becker, Dr. Alexander Link, Gabriela Wolff-Eichel (Freunde des Stadtmuseums), Klaus Wölbling, Christine Kruppa, Dr. Cornelia Dörr und Julia Herdes. 

Kassel. Es soll ja Menschen geben, die angesichts eines anstehenden Umzugs schier verzweifeln, weil man an so viele Dinge denken muss. Die können sich damit trösten, dass es immer noch schlimmer geht. Wenn man erst mit zwei Jahren Verspätung in sein neues Domizil einziehen kann und statt 100 Kartons 100.000 Einzelteile von A nach B transportieren muss.

Die Schaustelle des Stadtmuseums steht vor dieser Herausforderung. Doch das ist in erster Linie ein Grund zur Freude. „Nach vielen Verzögerungen haben wir jetzt ein Ziel vor Augen“, sagt die Leiterin des Stadtmuseums, Dr. Cornelia Dörr. Zusammen mit ihrem Team verabschiedet sie sich mit etwas Wehmut und sehr viel Vorfreude.

Wehmut deshalb, weil die als Notlösung gedachte Schaustelle in den ehemaligen Räumen von Heini Weber an der Wilhelmsstraße eine tolle Adresse war. Hier blieben auch mal Passanten stehen, die eigentlich in die Stadt wollten, aber dann zum Beispiel an dem großformatigen historischen Stadtplan im Schaufenster hängen blieben. Den größten Andrang verzeichnete die Schaustelle während des Hessentages, als die Wilhelmsstraße eine der zentralen Achsen des Landesfestes war.

Eigentlich sollte die Übergangslösung wesentlich kürzer genutzt werden. Doch die Schwierigkeiten mit dem Untergrund des Stadtmuseums am Ständeplatz sowie weitere bauliche Verzögerungen sorgten dafür, dass der Zeitplan über den Haufen geworfen wurde. Die Kosten sind auf 11,9 Millionen Euro geklettert.

Von außen schon fast fertig: Das von Grund auf sanierte und erweiterte Stadtmuseum.

Gemeinsam mit den Freunden des Stadtmuseums und der HNA wurden in der Schaustelle zum Beispiel Rundgänge zu den „Bildern unserer verlorenen Stadt“ eröffnet. Für Sonderausstellungen wie die zur neueren Geschichte Kassels wird die Schaustelle bis zum Jahresende weiterhin zur Verfügung stehen.

Großes Fotoarchiv

Jetzt müssen erst einmal sämtliche Objekte der Sammlung gesichert, verpackt und sorgfältig beschriftet werden. Dazu zählt auch das umfangreiche Bild, Foto-, Zeitungs- und Dokumentenarchiv. Dabei geht es nach Angaben des Museums um mehr als 100.000 Einzelobjekte. Im umgebauten Stadtmuseum - die Eröffnung ist für Mitte 2015 vorgesehen - wird es deutlich mehr Platz für den historischen Kasselrundgang sowie Sonderausstellungen geben. Ein Publikumsmagnet soll der neue Turmbau mit einem grandiosen Blick über die Stadt werden.

Von Thomas Siemon

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