Zentrum für psychisch kranke ältere Menschen am Klinikum eingerichtet

Spaß bei der Therapie: Ergotherapeutin Ilona Kofahl (Mitte) bietet für Patienten Arbeiten mit Ton an. Foto:  Klinikum / nh

Kassel. Am Klinikum Kassel ist ein Gerontopsychiatrisches Zentrum entstanden. Unter einem Dach sind dort nun alle Bereiche vereint, die ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen behandeln: gerontopsychiatrische Ambulanz, Tagesklinik und Station.

Bereits kurz nach der Eröffnung am neuen Standort sei die Station mit 20 zusätzlichen Betten ausgelastet gewesen. Das zeige, wie groß der Bedarf sei, sagte der Geschäftsführer des Klinikums Kassel, Dr. Gerhard M. Sontheimer.

Bisher befanden sich auf dem Gelände des Klinikums bereits die gerontopsychiatrische Tagesklinik und Ambulanz. Die stationären Patienten wurden im Ludwig-Noll-Krankenhaus versorgt, der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Kassel. Im Frühjahr sind diese drei Bereiche in das Haus 5 (die ehemalige Frauenklinik) auf dem Klinikum-Gelände an der Mönchebergstraße gezogen.

Im Gerontopsychiatrischen Zentrum werden Patienten ab etwa 60 Jahren mit einer psychischen Erkrankung betreut. Die meisten von ihnen leiden an einer Demenz oder Depression, es werden aber alle psychiatrischen Krankheiten behandelt, sagt Prof. Dr. Martin Ohlmeier, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Für die Patienten des Zentrums sei eine ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlung möglich, ein Wechsel zwischen den Behandlungsformen unproblematisch. „Da wir alles unter einem Dach anbieten, haben wir sehr gute Chancen, die passende Therapie für unsere Patienten zu finden.“

Als optimal bezeichnet Ohlmeier auch die unmittelbare Nähe zu den anderen Kliniken des Klinikums. Denn etliche Patienten wiesen neben der psychiatrischen Erkrankung zusätzlich eine körperliche Erkrankung auf und könnten bei Bedarf auf ganz kurzen Wegen zu entsprechenden Untersuchungen gebracht werden. Umgekehrt kann das Gerontopsychiatrische Zentrum auch Patienten aus den anderen Abteilungen des Klinikums übernehmen, wenn eine psychiatrische Erkrankung vorliegt.

An den Aufenthalt auf der Station kann sich bei Bedarf eine Weiterbehandlung in der Tagesklinik, der Ambulanz oder bei einem niedergelassenen Arzt anschließen. In die Tagesklinik mit elf Plätzen kommen die Patienten jeweils vom Morgen bis zum Nachmittag. Abends kehren sie nach Hause zurück, erläutert Peter Fellmann, Oberarzt im Gerontopsychiatrischen Zentrum.

Schwerpunkt in der Ambulanz, der Gedächtnissprechstunde, ist die oft komplexe Diagnostik bei Demenz. (hei)

Information: Ambulanz Tel. 05 61/9 80-22 13. Anmeldung Station Tel. 05 61/9 80-1 74 99.

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