Das städtische Jugendamt prüft eine mögliche Fahrrad-Piste am Friedhof

Neue Strecke für Dirt-Biker in Harleshausen?

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Luftig: Im vergangenen Jahr war die Dirt-Bike-Piste im Habichtswalt, in der Nähe der Hessenschanze, offiziell eröffnet worden. Unser Archivfoto zeigt den Dirt-Biker Milan Soremski in Aktion. Jetzt ist die Strecke für Dirt-Biker gesperrt.

Kassel. Kassels Dirt-Biker sollen endlich einen Platz im Stadtgebiet bekommen, wo sie ihre rasante Sportart ausüben können. Ins Auge gefasst habe man ein abschüssiges Terrain am Rande des Harleshäuser Friedhofs, das vor allem als Trampelpfad genutzt wird, sagt Jugenddezernentin Anne Janz.

Es werde zurzeit geprüft, ob die städtische Fläche, ein Streifen von 100 Metern Länge und 40 Metern Breite, fürs Dirt-Biken geeignet sei. Vertreter der Stadt führten unter anderem Gespräche mit der Friedhofsverwaltung. Demnächst werden die Pläne im Ortsbeirat Harleshausen besprochen.

Die Gruppe der Dirt-Biker, die vorwiegend aus männlichen Jugendlichen besteht, benötigt eine abschüssige, buckelige, mit Schanzen versehene Piste, um sie mit Spezialfahrrädern befahren zu können. Die städtische Kinder- und Jugendbeauftragte Daniela Ritter schätzt die Zahl der Dirt-Biker in und um Kassel auf mindestens hundert Anhänger. Für die Fläche in Harleshausen, nördlich des Geilebachs gelegen und von Feldern umgeben, spreche, dass es dort keine naturschutzrechtlichen Einwände gibt.

Legale Strecke

Der Naturschutz war bislang das größte Problem bei der Suche nach einer legalen Dirt-Bike-Strecke. Er war auch das Argument gegen die inzwischen aufgegebene Strecke im Habichtswald, unterhalb der Hessenschanze. Diese Piste hatten sich die Dirt-Biker zunächst selbst angelegt. Später war sie für einen kurzen Zeitraum als offiziell erklärt worden: Das Jugendamt hatte mit dem Eigentümer Hessen-Forst einen privatrechtlichen Gestattungsvertrag abgeschlossen. Der war jedoch bis Ende Juni befristet.

Seit einem halben Jahr ist die Buckelpiste an der Hessenschanze gesperrt und von der Stadt zurückgebaut worden. So hatte es die Untere Naturschutzbehörde bestimmt. Die Fachbehörde, die zur Stadt Kassel gehört, hatte den Antrag des städtischen Jugendamts abgelehnt, die Piste nachträglich zu legalisieren.

Die Untere Naturschutzbehörde kam ins Spiel, weil sie die zuständige Stelle für Belange des Naturschutzes im Bereich der Stadt ist. Im Frühjahr hatte Hessen-Forst zum Antrag des Jugendamtes eine fachliche Stellungnahme abgegeben. Darin sprach sich die Landesbehörde gegen eine dauerhafte Nutzung der Strecke aus und Hessen-Forst hat den Vertrag nicht verlängern.

„Geeignete Strecken für Dirt-Biker sind rar“, sagt Daniela Ritter. Deshalb sei man froh, im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens mit den Dirt-Bikern, diese städtische Fläche gefunden zu haben. „Es ist kein Landschaftsschutzgebiet.“ Das sei eine gute Voraussetzung.

Von Christina Hein

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