Neue Technik für die Stadthalle: Renovierung kostet 10 Millionen Euro 

Kassel. Nach dem Anbau ist vor dem Umbau. Kaum ist der 6,1 Millionen Euro teure Kolonnadenflügel fertiggestellt, muss wieder Geld in das Kongress Palais - Stadthalle gesteckt werden. Etwa zehn Millionen Euro wird eine Sanierung des historischen Baus in den kommenden fünf Jahren kosten.

Die letzte umfassende Renovierung war im Jahr 1996. „Nach 16 Jahren macht die Halle einen verbrauchten Eindruck“, sagt Peter Ley, Geschäftsführer der Tagungszentrum Stadthalle Kassel GmbH (TSK). Die Bodenbeläge seien abgenutzt, die Wände abgewetzt, das Dach werde langsam undicht. Vor allem die Veranstaltungstechnik entspreche nicht mehr dem aktuellen Stand: Es fehle ein einheitliches Lichtkonzept, die Bühnenzüge werden noch per Hand bedient.

„Wir haben den Anspruch, zu den zehn besten historischen Veranstaltungshäusern in Europa zu gehören“, sagt Ley. Mit der Sanierung soll die Halle aus dem Jahr 1914 diesem Anspruch wieder besser gerecht werden und die Wünsche der Kunden erfüllen. „Dann haben wir ein richtiges Schmuckkästchen“, sagt Ley.

Stadt trägt den Löwenanteil

Die Stadt Kassel trägt mit sieben Millionen Euro den Löwenanteil der Sanierung. In den laufenden Haushalt sind 820 000 Euro für erste Reparaturen eingestellt. In den kommenden drei Jahren zahle die Stadt dann jeweils zwei Mio. Euro, teilte Kämmerer Dr. Jürgen Barthel mit. Die TSK wird dann 2016 / 17 weitere drei Mio. Euro in ihr Haus investieren. Dafür werden laut Ley neue Kredite aufgenommen.

Veraltete Bühnentechnik wird ersetzt: Auf den Bühnen der Stadthalle ist noch Handarbeit nötig. Der technische Leiter Karhald Jabs zieht an einem der Aufzüge. Fotos: Koch

Der TSK-Chef erhofft sich von der Sanierung, die jährlichen Betriebskosten senken zu können. Zwischen 2001 und 2010 wurden über 26 Millionen Euro in den Erhalt des Baubestands und den laufenden Betrieb gesteckt. Vor allem die laufenden Kosten würden sinken, wenn teure Reparaturen flachfallen. Wie hoch das Einsparpotenzial ist, könne Ley derzeit aber noch nicht sagen. Ebenfalls offen ist auch, welche der notwendigen Arbeiten wann erledigt werden. Das sei derzeit noch in der Abstimmung, sagte Ley.

Kämmerer Barthel erwartet, dass sich die Stadthalle langfristig selbst trägt. „Daran entscheidet sich das Wohl und Wehe von Kassel Marketing“, sagte er im Finanzausschuss. Die Stadt bezuschusst den Betrieb des Kongress Palais jedes Jahr mit 1,3 Millionen Euro. Die Entwicklung des Veranstaltungshauses sei aber positiv. Erst kürzlich hatte Kassel Marketing als Vermarkter mitgeteilt, dass der Jahresumsatz 2011 um 50 Prozent auf 1,8 Mio. Euro gewachsen ist – Tendenz steigend.

Von Marcus Janz

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