Schulen dürfen zum verlängerten Abitur (G 9) zurückkehren

Neue Wahlfreiheit verunsichert Gymnasien

Kassel. Verunsicherung macht sich unter den Gymnasien in Kassel breit: Sollen sie beim verkürzten Abitur G 8 bleiben, zu G 9 zurückkehren oder beides parallel anbieten?

Kultusministerin Nicola Beer (FDP) hat den Schulen jetzt Möglichkeiten angeboten, wie sie bereits ab dem Schuljahr 2013/2014 das umstrittene verkürzte Abitur nach acht Jahren (G 8) hinter sich lassen können.

„Die meisten Eltern wünschen ganz klar G 9“, sagt der Vorsitzende des Kasseler Stadtelternbeirats, Uwe Josuttis. Entsprechend groß sei in Hessen der Druck auf Schulen und Politiker gewesen. Für viele Gymnasien kommt die von Beer angekündigte Wahlfreiheit dennoch überraschend. Entsprechend einer Vorgabe aus Wiesbaden hatten sie sich erst vor sieben Jahren auf den Weg gemacht, Schüler ab der Klasse 5 in acht statt in neun Jahren zum Abitur zu führen. Der erste G8-Jahrgang macht 2013 Abitur.

Nach massiven Protesten der Eltern war vom Kultusministerium zumindest den kooperativen Gesamtschulen ab dem Schuljahr 2008/2009 die Möglichkeit eingeräumt worden, zu G 9 zurückzukehren. Die Reaktion kam prompt. In Kassel sind alle vier kooperativen Gesamtschulen (Heinrich-Schütz-Schule, Schule Hegelsberg, Joseph-von-Eichendorff-Schule und Carl-Schomburg-Schule) nach Befragungen der Eltern zu G 9 zurückgekehrt.

Im Landkreis Kassel entschied sich die Hälfte von acht kooperativen Gesamtschulen für G 9. Integrierte Gesamtschulen sind nicht betroffen, da sie ohnehin in neun Jahren zum Abitur führen. Beer bietet den Gymnasien jetzt zwei Wege an, um G 8 ad acta zu legen. Entweder sie gehen mit Klasse 5 beginnend zurück zu G 9 oder sie nehmen an einem Schulversuch teil, der beide Formen parallel ermöglicht. Dies hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bereits am Montag angekündigt und Beer damit unter Zugzwang gesetzt.

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