Gelände der Steul-Schule soll zur Stadtteilmitte werden – Koch-Klinik verkauft

Pläne für neue Wohnungen an drei Standorten im Osten von Kassel

Soll zur Stadtteilmitte werden: Das Gelände der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld.
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Soll zur Stadtteilmitte werden: Das Gelände der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld.

Im Kasseler Osten entsteht neuer Wohnraum: Auf dem Gelände der Heinrich-Steul-Schule, auf dem Grundstück der früheren Joseph-von-Eichendorff-Schule und am Standort der ehemaligen Koch-Klinik wird bald gebaut.

Dass in Bettenhausen auf dem Gelände der ehemaligen Joseph-von-Eichendorff-Schule das Wohngebiet Lossegrund entstehen soll, steht bereits seit längerer Zeit fest. Auch eine weitere frühere Schulfläche, nämlich die der Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld, soll in die angrenzende Heinrich-Steul-Wohnsiedlung integriert werden. Wie jetzt bekannt wurde, hat auch die ehemalige Koch-Klinik einen Käufer gefunden, der ebenfalls Wohnungen bauen will.

Frühere Heinrich-Steul-Schule

Die Förderschule am Forstbachweg wurde 2011 wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen. Zwischenzeitlich war in dem Gebäude eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet worden. Vor gut einem Jahr begann die Stadt mit dem Abriss der sanierungsbedürftigen Gebäude. Lediglich die Turnhalle ist auf der 1,3 Hektar großen Fläche erhalten geblieben. Sie soll laut der Stadt Kassel 2022 im Innenbereich saniert werden.

Der Stadtteil Forstfeld sei in erster Linie ein Wohnstandort. Diese Funktion solle durch die Sanierung bereits bestehender Wohnungen, die Aufwertung des Wohnumfeldes sowie die Ergänzung mit weiteren Wohnangeboten gestärkt werden, so ein Sprecher der Stadt Kassel auf die Frage, wie das frühere Schulgelände genutzt werden soll. Im Mittelpunkt der Pläne stehe die Entwicklung einer Stadtteilmitte. Dazu hat die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Der Freiraum könnte zukünftig zum Quartiersplatz werden. Außerdem sollen Bewegungsmöglichkeiten geschaffen werden, heißt es. Auch die Entwicklung des Forstbachwegs als Verkehrsachse ist ein Aspekt der Studie.

Ehemalige Koch-Klinik

Ist verkauft: Die frühere Koch-Klinik in Bettenhausen.

„Wir haben das Areal der ehemaligen Koch-Klinik in Bettenhausen gekauft“, bestätigt ein Sprecher der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt. Man plane auf dem Gelände bezahlbaren und auch geförderten Wohnraum zu schaffen. Derzeit befinde man sich in ersten Gesprächen mit der Stadt Kassel. Details zu den Plänen könne man daher noch nicht nennen. Nach HNA-Informationen sollen die früheren Klinikgebäude abgerissen werden. Das Gelände ist bislang als Sondergebiet Klinik ausgewiesen. Für eine Wohnbebauung müsste also erst der Flächennutzungsplan geändert werden. Sowohl die DRK-Kliniken, als auch die Diakonie-Kliniken, denen die Immobilie zuvor gehörte, hatten in das dreistöckige Gebäude investiert. Im Oktober 2019 hatten die DRK-Kliniken den Standort in Bettenhausen aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. „Ich freue mich, dass wir unseren ehemaligen Standort für eine gemeinnützige Verwendung veräußern konnten. Bezahlbarer Wohnraum ist genauso wichtig für eine Stadt wie eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung“, sagt Alexander Lottis, Sprecher der Geschäftsführung der DRK-Kliniken Nordhessen.

Baugebiet im Lossegrund

Abgerissen: Auch auf dem Gelände der Eichendorff-Schule wird gebaut.

Der Abriss der früheren Joseph-von-Eichendorff-Schule war 2020 abgeschlossen worden, seitdem liegt das Gelände brach. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) will auf dem Grundstück 127 Mietwohnungen und 45 Eigenheime errichten. 33 Millionen Euro sollen investiert werden. Derzeit laufe das Bebauungsplan-Verfahren, heißt es auf Anfrage. Coronabedingt werde sich die Baugenehmigung bis zum Spätsommer verzögern, sodass man im Herbst dieses Jahres mit der Erschließung beginnen könne. Zudem habe man die Planung aufgrund der Erhöhung der Sozialwohnungsquote von 25 auf 30 Prozent noch überarbeitet müssen. (Kathrin Meyer)

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