Insolvente Firma Bio-Catering Marbachshöhe startet Bio-Mittagstisch

Neues Angebot: Im Foyer der Bio-Küche im Industriegebiet Waldau wird seit dieser Woche ein Mittagstisch angeboten. Unser Bild zeigt den Koch Hannes Borg und Dr. Harald Hoppe beim Probelauf. Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Neue Projekte sollen helfen, die insolvente Firma Bio-Catering Marbachshöhe GmbH wieder auf einen gesunden wirtschaftlichen Kurs zu bringen. „Im Wesentlichen geht es darum, kurzfristig neue Umsätze zu forcieren“, sagt Geschäftsführer und Firmengründer Dr. Harald Hoppe.

Zurzeit fährt Deutschlands größte Bio-Küche im Industriegebiet Waldau noch Kurzarbeit. Doch Hoppe zeigt sich überzeugt, dass neue Projekte bald wieder zu einer besseren Auslastung der Bio-Küche führen werden. Zurzeit produzieren die 22 verbliebenen Mitarbeiter - vor Beginn des Insolvenzverfahrens im April 2010 waren es noch 67 - etwa 4000 Essen pro Tag. Es könnten bald noch mehr werden, denn vor ein paar Tagen hat der Bio-Caterer einen eigenen Internet-Verkauf eröffnet: www.biond-onlineshop.de

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Unternehmen, die keine eigene Kantine haben, oder auch Privatpersonen können hier einzeln verpackte und gekühlt mindestens sieben Tage haltbare Speisen bestellen, die im Raum Kassel ausgeliefert werden. Hoppe: „70 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland haben an ihrem Arbeitsplatz keine Kantine.“ Das führe häufig zu einer ungesunden Lebensweise.

Zusätzlich bietet die Bio-Küche seit Montag nun auch an der Otto-Hahn-Straße 5 täglich von 12 bis 13.30 Uhr einen Bio-Mittagstisch mit frisch zubereiteten Gerichten und Salaten (auch zum Mitnehmen) an. Auf der Marbachshöhe gibt es bereits seit Jahren ein Bio-Restaurant.

Zudem bietet die „biond“-Küche seit Kurzem über die Demeter Felderzeugnisse GmbH auch Tiefkühl-Bio-Produkte an.

Und auch bei der Internorga, der größten internationalen Gastronomie-Fachmesse, wird der Kasseler Bio-Caterer mit diesen neuen Produkten vertreten sein.

All diese neuen Projekte seien kurzfristig aus eigener Kraft und durch das große Engagement der Mitarbeiter umgesetzt worden, sagt Hoppe. Eine enorme Unterstützung sei Insolvenzverwalterin Sandra Mitter von der Rechtsanwaltskanzlei Westhelle und Partner.

Während man gemeinsam den Weg der Unternehmens-Sanierung geht, sucht man parallel weiter nach Investoren. Außerdem gebe es Überlegungen, dass Mitarbeiter eine eigene Firma gründen, um die Bio-Küche zu übernehmen. Dazu suche man Kommanditisten (Teilhaber), die zwischen 50 000 und 200 000 Euro einbringen sollten. Man wolle auch die ideellen Ziele, nämlich vielen Menschen eine gesunde Ernährung anzubieten, erhalten, sagt der promovierte Agraringenieur Hoppe.

Die Abwicklung der Vital Catering GmbH, die bis Ende vergangenen Jahres das Mensa-Personal für den Kasseler Bio-Caterer stellte, war noch einmal ein Rückschlag. Denn sie führte dazu, dass der Caterer bundesweit 18 Schulen als Kunden verlor.

„Doch drei Viertel des Umsatzes konnten wir halten“, erläutert Hoppe. Neben Schulen beliefert die Kasseler Bio-Küche zum Beispiel auch Krankenhäuser und Betriebskantinen. (hei)

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