Alle Fraktionen wollen öffentliche Anhörung mit Experten - Termin nach Herbstferien

Kassel: Neuer Anlauf für die Freibäder

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Kassel: Neuer Anlauf für die Freibäder

Kassel. Zur Zukunft der Kasseler Freibäder wird es eine öffentliche Anhörung mit Fachleuten geben. Dem Vorschlag von SPD und Grünen stimmten im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen alle anderen Fraktionen zu. Ein Termin steht noch nicht fest.

Kurzclip: Das Freibad Harleshausen

Im Ausschuss musste sich Kämmerer und Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) Kritik für seinen Vorschlag anhören, die Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen aufzugeben. Die Idee, Ersatz für beide Bäder auf dem Gelände des KVG-Betriebshofes Wilhelmshöhe zu schaffen, sei unrealistisch, sagte Christian Geselle für die SPD-Fraktion. Das dauere viel zu lange und helfe in der aktuellen Diskussion nicht weiter. Gernot Rönz machte für die Grünen deutlich, dass man an den bisherigen Standorten festhalten wolle. Die dezentralen Angebote hätten sich bewährt.

Kämmerer Barthel setzte sich für eine Denkpause ein. Niemand könne heute abschätzen, wie sich eine abzeichnende weitere Finanzkrise entwickeln werde. „Lassen Sie uns zwei bis drei Jahre abwarten“, sagte er. Wer Millioneninvestitionen wolle, müsse erst einmal sehen, wie es mit der Gewerbesteuer weitergehe. Schon jetzt sei klar, dass das bisher veranschlagte Budget für das Bad in Wilhelmshöhe nicht ausreiche. Selbst bei einer Sanierung gleiche der Aufwand einem Neubau.

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„Die Betonbecken lassen sich nicht mehr sanieren, die müssen abgerissen werden“, sagte Barthel. Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) unterstützte ihn. Seit den 1930er-Jahren, in denen die Bäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen gebaut wurden, hätten sich die Anforderungen an den Betrieb verändert.

Sorge um Harleshausen

Die CDU setzt sich dafür ein, dass über beide Bäder zusammen verhandelt wird. „Unsere Sorge ist, dass ansonsten Harleshausen hinten runterfällt“, sagt der Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Wett. Bisher gibt es noch keine genauen Zahlen zum Sanierungsbedarf in Harleshausen. „Wir müssen davon ausgehen, dass der Zustand auch nicht besser als in Bad Wilhelmshöhe ist“, sagte Hilgen.

Kurzclip: Das Freibad Wilhelmshöhe

Mit den Arbeiten in Bad Wilhelmshöhe kann nach Angaben von Kämmerer Barthel frühestens im Herbst 2013 begonnen werden, in Harleshausen zwei Jahre später. Wegen der absehbaren Kostensteigerung sei der Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahr 2008 aus seiner Sicht überholt, sagte Barthel. Auch das soll Thema bei der öffentlichen Anhörung sein. Die soll nach den Herbstferien stattfinden.

Von Thomas Siemon

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