Mehrheit im Kulturausschuss will Bewerbung für 2025 vorbereiten

Neuer Anlauf für Kassel als Kulturhauptstadt

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Ein mögliches Kulturhauptstadt-Projekt: Die Erschließung von Industrie-Arealen wie Salzmann für kulturelle Nutzung.   

Kassel. Die Stadt Kassel trifft Vorbereitungen für eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025, aber eine Entscheidung über eine Bewerbung wird nicht vor Ende 2018 erfolgen.

Hier folgen die Kernpunkte eines Antrags, dem der Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung jetzt mit großer Mehrheit bei Enthaltung von AfD und Die Linke zugestimmt hat.

Der Zeitplan

Bis 2018 sollen die Bedingungen für eine Bewerbung geprüft, der Meinungsbildungsprozess mit Bürgerbeteiligung organisiert, Gutachten erstellt und ein Internet-Auftritt aufgebaut werden. Fällt dann eine Entscheidung – möglichst per Bürgerentscheid – beginnt die Ausarbeitung der Bewerbung, die 2020 eingereicht werden muss.

Die Kosten

Für den Bewerbungsprozess werden folgende Kosten veranschlagt: Für die Jahre 2016 bis 2018 ist zusammen knapp ein Million Euro vorgesehen, bei einer positiven Entscheidung über eine Bewerbung würde 2019/20 eine weitere Million Euro fällig.

Die Standpunkte

Waren alle Fraktionen prinzipiell dafür, die Vorbereitungen für eine Kulturhauptstadtbewerbung im Sinne der Magistratsvorlage fortzuführen, gingen die Standpunkt hinsichtlich der Bürgerbeteiligung auseinander. Für die Fraktion Freie Wähler + Piraten forderte Dr. Bernd Hoppe einen Bürgerentscheid bereits über die Frage, ob eine Kulturhauptstadt-Bewerbung überhaupt vorbereitet werden soll.

Vertreter von SPD, CDU und Grünen erklärten, ein Bürgerentscheid sei sinnlos, solange die Bedingungen und Kosten einer Bewerbung sowie Erkenntnisse über ihre mögliche Ausrichtung, über Initiativen aus der Bürgerschaft sowie über Mitbewerber nicht bekannt seien. Sie sprachen sich für einen Bürgerentscheid erst nach der Sondierungsphase im Jahr 2018 aus.

Die Inhalte

Kulturamtsleiterin Dorothee Rhiemeier betonte bei ihrer Vorstellung des Magistratsberichts, dass sich die Bewerbungskriterien gegenüber 2010 grundlegend geändert hätten. Weniger die kulturellen Schätze und „Leuchttürme“ einer Bewerberstadt zählten als vielmehr ein Stadtentwicklungskonzept im europäischen Kontext, das die Bereiche Bildung, Wirtschaft, Soziales und Stadtplanung einschließt. Als eines von mehreren Handlungsfeldern empfiehlt der Magistratsbericht, die Stadt für Kreative attraktiver zu machen und beispielsweise die kulturelle Nutzung von Industriearealen wie Salzmann voranzutreiben.

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