Neuer Anlauf für Fußballfans

Kein EM-Public Viewing am Cineplex Capitol: Auestadion im Gespräch 

Vergnügen unter freiem Himmel: Vielleicht können Fußballfans die Spiele der EM auf der Videowand im Auestadion verfolgen. Archivfoto:  Koch

Kassel. Die Pläne, zur Fußball-Europameisterschaft am Cineplex Capitol eine Großleinwand zu installieren, sind an den Kosten gescheitert. Ausgeträumt ist der Traum vom gemeinsamen Fußball-gucken unter freiem Himmel aber nicht: Möglicherweise wird der KSV zur EM vom 8. Juni bis 1. Juli Public Viewing im Auestadion anbieten.

Zurzeit laufen Gespräche mit der Stadt und dem Sportamt. Wenn die Pläne Wirklichkeit werden, könnten die Fans die in Polen und der Ukraine stattfindende EM auf der 75 Quadratmeter großen, nagelneuen Videowand verfolgen. Der KSV setzt offenbar alles daran, dass es klappt. „Wir sind alle sehr optimistisch“, sagte KSV-Sprecher Torsten Pfennig gestern auf Anfrage. Dem KSV biete sich die Möglichkeit zum ersten Mal, Public Viewing anzubieten. „Das ist eine Riesenchance für die Stadt.“ Doch noch gebe es einiges zu klären, angefangen von den Zuschauerzahlen übers Catering bis hin zu den Toiletten. „Es geht um Sicherheit“, sagte Pfennig. „Es geht nicht immer nur ums Geld.“

Kassel Marketing will das öffentliche Fußballgucken im Auestadion gegebenenfalls mit Werbeaktionen unterstützen. Nach Angaben von Geschäftsführerin Angelika Hüppe hatte Kassel Marketing dem KSV vorgeschlagen, zur EM aktiv zu werden. Ein eigenes Angebot schloss sie aus. Das gilt auch für die Stadt. Man werde kein Angebot machen, sagte Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg auf Anfrage. Die Stadt sei aber bereit, Aktionen privater Veranstalter organisatorisch zu unterstützen und bekannt zu machen. Finanzielle Hilfe werde es aber nicht geben.

Kino-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer hat seine Pläne fürs Cineplex Capitol wegen der hohen Kosten abgeblasen. Er spricht von einer „guten sechsstelligen Summe“, die nötig gewesen wäre. Allein die sechs Meter breite und vier Meter hohe Videowand hätte 40 000 Euro gekostet. 700 bis 800 Fans sollten die Spiele auf der 24 Quadratmeter großen Videowand verfolgen können.

Der Platz für die Zuschauer in der Garde-du-Corps-Straße sei aber zu klein, um genügend erwirtschaften zu können. Die Stadt hatte unter anderem zur Auflage gemacht, dass eine Passage für Fußgänger freigehalten werden müsse. Die Kosten für den Sicherheitsdienst wären laut Schäfer ebenfalls sehr hoch gewesen. Schließlich sollten es verlässliche Sicherheitskräfte sein. „Da will man einen, bei dem es klappt. Qualität kostet aber Geld“, sagte er.

Das Vorhaben ist nach seiner Darstellung an der Summe der nötigen Vorkehrungen für die Sicherheit der Fußballfans gescheitert. „Sicherheit geht vor“, sagte Schäfer. Die Kosten dafür habe man bei der Planung nicht gleich im Blick gehabt. „Wenn es eine schwarze Null gewesen wäre, hätten wir es gemacht.“(els)

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