Stadt Kassel verhandelt mit Eigentümern – Entscheidung wird für Anfang Juni erwartet

Neuer Anlauf für einen Trinkraum in Kassel

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Treffpunkt Lutherplatz: Die Alkohol- und Drogenszene soll entzerrt werden. Die Stadt will einen Trinkraum einrichten, in dem sich Alkoholiker treffen können.

Kassel. Nach der Panne im ersten Anlauf verhandelt die Stadt nun mit weiteren potenziellen Vermietern. Die Zeit drängt: Mit der warmen Jahreszeit rücken auch die Trinker wieder stärker ins Bild. Ein Trinkraum, in dem sich Alkoholiker treffen können, soll Abhilfe schaffen.

Zwar scheint sich die Lage auf dem Lutherplatz entspannt zu haben, aus der Welt ist das Problem aber nicht. „Ziel ist auf jeden Fall, dass der Trinkraum im Laufe des Frühjahrs kommt“, sagt Magistratssprecher Hans-Jürgen Schweinsberg.

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Nach seinen Angaben steht die Stadt in konkreten Verhandlungen mit einem Eigentümer. Man erwarte, dass dieser sich bis Anfang Juni entscheidet. Stimmt er zu, könne der Trinkraum in innenstadtnaher Lage relativ schnell eröffnet werden. Sollte sich der Hauseigentümer dagegen entscheiden, gebe es Alternativen. „Auf städtischer Seite ist alles klar“, sagt Schweinsberg. „Das Geld ist da, der Betreiber auch.“ Die Stadt sei bestrebt, den Mietvertrag so schnell wie möglich zu unterzeichnen.

Eigentlich sollte der Trinkraum zum 1. Mai in einem Hochhaus am Altmarkt eröffnet werden. Doch daraus wurde nichts. Der Vermieter machte einen Rückzieher, nachdem die Stadt die Pläne öffentlich verkündet hatte. Statt von einem Trinkraum war in den Verhandlungen lediglich von einer sozialen Begegnungsstätte die Rede gewesen. Die Trinkraum-Panne unter Federführung von Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) ist nun Thema eines Akteneinsichtsausschusses der Stadtverordnetenversammlung.

Gemeinde fordert Konzept

Die Kirchengemeinde Mitte drängt seit Langem auf eine Entlastung des Lutherplatzes, auf dem sich die Alkohol- und Drogenszene trifft. Die Gemeinde fordert zudem ein Konzept, das der historischen Bedeutung des Platzes mit dem Altstädter Friedhof entspricht.

„Ich habe das Gefühl, dass der Lutherplatz in der Stadt eine Art blinder Fleck ist“, klagte Dr. Hans-Helmut Horn vom Vorstand der Kirchengemeinde nun im Ortsbeirat Mitte. Mit der Jugendkulturkirche, die in der Lutherkirche angesiedelt werden soll, eröffneten sich neue Perspektiven für dem Platz, der bislang vor allem als Drogentreff wahrgenommen werde. Die Verwaltung der Diakonie-Stationen, die in das Gemeindehaus zieht, werde ebenfalls zur Belebung beitragen.

Auch für den Lutherkirchturm gibt es laut Horn zumindest übergangsweise eine Perspektive: Es gebe einen Interessenten für eine temporäre Nutzung während der documenta. Der Kirchenvorstand warb beim Ortsbeirat um weitere Unterstützung.

Von Ellen Schwaab

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