Niederlassungsleiter Gotthold Heim ist Läufer, Familienmensch und gelernter Landwirt

Ein Neuer am BMW-Steuer

Für die weiß-blaue Automarke zurück nach Hessen: Der neue Niederlassungsleiter Gotthold Heim vor dem BMW-Niederlassungsgelände an der Scharnhorststraße. Foto:  Schwarz

Kassel. „Wie lange bleiben Sie denn jetzt in Kassel?“ Diese Frage hat Gotthold Heim in den vergangenen Wochen öfter gehört, seit er sich als neuer Leiter der BMW-Niederlassung Kassel bei Kunden und Mitarbeitern vorstellt. In dem konzerneigenen Autohandelsbetrieb hatte es in den vergangenen Jahren immer neue Führungswechsel gegeben.

Heim, seit Juni im Haus, sagt dazu zwei Dinge: „Ich möchte hier gern auch die Ergebnisse unserer gemeinsamen Anstrengungen erleben.“ Und: „Der Begriff Nachhaltigkeit kommt ja ursprünglich aus der Landwirtschaft.“

Ein Feld, auf dem sich der 51-Jährige auskennt. Bevor seine Laufbahn bei dem Münchner Autokonzern begann, hatte der aus Baden-Württemberg stammende Heim zunächst eine Ausbildung zum staatlich geprüften Landwirt gemacht. Nach vier Jahren Bundeswehrzeit und einem kaufmännischen Privatakademie-Abschluss wechselte er dann ins Fahrzeugvertriebsfach – zunächst noch agrarnah beim Landtechnik- und Nutzfahrzeughersteller Krone, später in den Lkw-Verkauf bei Volvo, bevor er 1988 als Verkäufer in Frankfurt bei BMW einstieg.

Hessen war erste Station

Eine in mehrfacher Hinsicht bedeutsame Lebensstation: Im Zeichen der weiß-blauen Marke blickt Gotthold Heim auf einen nun 25-jährigen Berufsweg zurück, in Frankfurt hatte er auch seine Frau, eine Lufthansa-Stewardess, kennengelernt. Seine neue Aufgabe in Kassel sieht er auch als „ein Stück Rückkehr nach Hessen“.

Dazwischen lagen einige Karriereschritte: Nach Stationen bei BMW in Dresden und Stuttgart (mehrmals) hatte Heim zuletzt die Leitung der Niederlassung Dortmund inne, bevor ihn der Ruf nach Kassel ereilte. Nach sechseinhalb Jahren Dortmund, seiner bisher längsten Station, „ist man einfach mal wieder dran“, sagt er über die Führungskräftepolitik bei BMW.

Eine vordringliche Herausforderung in Kassel sei die bevorstehende Einführung des Elektro-BMW i3: Für die neue stromgetriebene Submarke werde die nordhessische Niederlassung eins von 47 Vertriebszentren in Deutschland.

Seinen neuen Wirkungskreis erkundet der passionierte Läufer Heim gern mit Joggingschuhen an den Füßen. Den frisch zum Welterbe ernannten Bergpark hat er auf diese Art schon begeistert durchmessen. „Kassel hat was“, findet der neue Chef bei BMW.

Dennoch wolle seine Familie nicht umziehen, sondern ihren Wohnsitz in Dortmund behalten, wo die Heims nach etlichen Wanderjahren ein Haus gekauft haben. Die drei Kinder seien bestens in Schule und Nachbarschaft integriert. Und jetzt, wo seine Frau wieder in Teilzeit ihren Job über den Wolken aufgenommen habe, hätten Oma und Opa aus Ostwestfalen einen kurzen Weg, um nach dem Rechten sehen, während Heim seine Arbeitswoche in Kassel verbringt – und abends auch mal schnell nach Dortmund fährt, wenn es Zeugnisse gegeben hat. „Das ist eben auch BMW-Kultur, dass der Konzern so etwas ermöglicht“, sagt Gotthold Heim, der mit sechs Geschwistern aufgewachsen ist.

Von Axel Schwarz

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