Anlagen liegen zehn Meter unter der Erde - Viele Einwände gegen Museumsbau

Weinbergbunker mit neuen Hohlräumen vermessen

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Labyrinth unter der Erde: Das Stollensystem im Weinberg ist verzweigt. Unsere Aufnahme entstand in den bereits bekannten Gängen.

Kassel. Die Mitte September im Weinbergbunker neu entdeckten Hohlräume sind mittlerweile erfasst und komplett vermessen worden. Sie befinden sich etwa zehn Meter unter der Erde, zwei Aufgänge reichen bis an die Erdoberfläche heran.

Ausgehend von der ehemaligen Henschel-Villa erstreckt sich die Anlage 27 Meter in Ost-West-Richtung und 20 Meter in Nord-Süd-Richtung. Die Gänge sind etwa einen bis 2,5 Meter breit, wie das Amt Vermessung und Geoinformation ermittelt hat. Das teilte die städtische Pressesprecherin Petra Bohnenkamp auf Anfrage mit.

Hier: Panoramabild des Bunkers

Die Untersuchungen des Baugrunds sind laut Bohnenkamp noch nicht abgeschlossen. Von ihrem Ergebnis hängt ab, wie das Grimm-Museum gegründet, beziehungsweise ob das ursprünglich geplante Fundament geändert werden muss. Denn der Bereich der neu entdeckten Anlage tangiert offenbar auch das Gebiet, in dem das Museum entstehen soll. Das wird voraussichtlich 18,2 Millionen Euro kosten und soll 2014 eröffnet werden.

Inzwischen ist auch die Offenlegungsfrist für den Bebauungsplan „Museumspark Weinberg“ abgelaufen. Dieser schließt ebenfalls die Planungen für das Tapetenmuseum ein, das auch auf dem Weinberg entstehen soll. Bis zum 14. Oktober konnten schriftliche Einwände gegen den Bebauungsplanentwurf eingereicht werden.

„Vom Recht, Anregungen und Bedenken vorzutragen, wurde reger Gebrauch gemacht“, sagte Bohnenkamp. Wie viele Einwände eingereicht wurden, war nicht zu erfahren. Erst wenn alle Erkenntnisse bewertet seien, ließen sich weitere Aussagen machen, hieß es dazu von der Stadt. Bis dahin läuft laut Bohnenkamp der Architekturwettbewerb als Teil der Projektplanung weiter wie bisher. 15 Architekturbüros beteiligen sich am Wettbewerb um die Planung des Grimm-Museums. Das Ergebnis soll Ende des Jahres vorliegen. Zwölf Büros wurden aus ursprünglich 169 Bewerbern ausgewählt, drei waren von Anfang an gesetzt.

Der Architektenwettbewerb für das Tapetenmuseum wird frühestens im kommenden Jahr beginnen. Für den Bau hat das Land Hessen 11,5 Millionen Euro eingeplant. (mkx)

Von Mirko Konrad

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