Neuer Chef in DRK-Kliniken

DRK-Kliniken in Kassel wollen Insolvenz vom Tisch haben

Das Foto zeigt den Haupteingang der finanziell angeschlagenen DRK-Kliniken Nordhessen.
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So schnell geht das: Geschäftsführer Alexander Lottis wurde abberufen, ein neuer Chef der DRK-Kliniken ist schon da.

Wechsel in der Chefetage der DRK-Kliniken: Nachdem Sanierungsgeschäftsführer Alexander Lottis überraschend abberufen wurde, hat die Gesellschafterversammlung direkt einen neuen Chef präsentiert.

Kassel - Beide Träger, die DRK-Schwesternschaft und der Verein DRK Soziale Dienste und Einrichtungen (SDE), haben Manuel Berger beauftragt, zwischenzeitlich die Geschäftsführung für den wirtschaftlichen Part der Klinik zu übernehmen.

Der 49-Jährige gehört zur Beratungsfirma Consus Clinicmanagement, und die ist Teil der Bietergruppe, die als Mehrheitsgesellschafter in dem finanziell angeschlagenen Krankenhaus einsteigen will. Berger zur Seite steht Claudia Nehrig, die Oberin der Schwesternschaft, die ihren Posten als Geschäftsführerin behält.

Als kurzfristiges Ziel „wollen wir so schnell wie möglich das Thema Insolvenz vom Tisch bekommen“, sagt Berger gegenüber der HNA. Bergers Vorgänger Lottis hatte am Montag beim Kasseler Amtsgericht einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingereicht. Nach Informationen dieser Zeitung hat sich der Antrag bereits erledigt, was das Insolvenzgericht allerdings nicht bestätigt.

Ungeachtet dessen geht es für die neue Führung zunächst darum, „Kredite bei den finanzierenden Banken abzulösen“, wie Berger sagt. Das nötige Geld sei durch den Investor Warburg Pincus verfügbar, versichert Berger. Im nächsten Schritt solle der Einstieg der Bietergruppe als Gesellschafter der DRK-Kliniken vorangebracht werden. Im Juni sollen die Unterlagen geprüft und die Kaufverträge abgeschlossen sein.

„Der Weg dafür ist frei“, sagt Claudia Nehrig. Denn nun seien die Geldhäuser vom Bankgeheimnis befreit worden, sodass die Bieter Gespräche aufnehmen können und einen Einblick in grundlegende Daten bekommen. Nehrig hatte mit der Schwesternschaft seit Anfang des Jahres eine Verkaufslösung vorangetrieben. Lottis und der Vorstand des zweiten Trägers hatten die Herausgabe der Daten zuletzt verzögert.

Den Vorstand gibt es nicht mehr. Ebenfalls am Donnerstagabend trat er während einer Mitgliederversammlung geschlossen zurück. Direkt danach wurde ein neuer Vorstand gewählt, eine Gesellschafterversammlung einberufen und darin der Beschluss gefasst, nicht mehr mit Lottis weiterzuarbeiten.

Allen Turbulenzen zum Trotz laufe der Betrieb im Krankenhaus normal weiter, sagt Nehrig: „Die Gehälter sind sicher.“ (Robin Lipke)

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