Notdienst aufgekündigt

Neuer Kita-Streik droht im Oktober: Wer hilft den Eltern?

Kassel. Eltern müssen sich auf die nächste Welle im Kita-Streik einstellen. Wenn am Montag die Verhandlungen nicht noch zu einer Einigung führen, drohen bereits im Oktober erneute Streiks und geschlossene Kindergärten.

Um den Druck auf die Stadt Kassel und die Arbeitgeber zu erhöhen, hat Verdi vorab bereits die Notdienst-Vereinbarung aufgekündigt. Damit konnte bei dem Streik im Frühsommer zumindest für 900 der 4500 Kinder in städtischen Kitas eine Betreuung angeboten werden.

Notdienste für ein Mindestmaß an Betreuung sind bei den von Verdi angekündigten „unkonventionellen Streikmaßnahmen“ nicht vorgesehen. Das könnte Eltern von Kita-Kindern massive Probleme bereiten. Ungeachtet dessen kündigte Stadt-Sprecherin Petra Bohnenkamp an, die Stadt Kassel werde im Streikfall erneut versuchen, mit Verdi eine Notvereinbarung zu treffen, damit dringend darauf angewiesene Eltern ihre Kinder zur Betreuung in städtische Kitas bringen können.

Nach Streik in über 100 nordhessischen Kindergärten denkt Verdi nun an punktuelle Aktionen, auf die sich Städte und Gemeinden kaum einstellen können. Wie und wo der Arbeitskampf fortgesetzt wird, dazu gibt es vom Verdi-Bezirk Nordhessen keine Auskunft. „Wir sind in der Vorbereitung“, sagte Verdi-Sekretärin Gisela Horstmann.

Beim Bundeskongress in Leipzig stimmte Verdi-Chef Frank Bsirske auf die Fortsetzung des Arbeitskampfes ein und warnte vor einer Eskalation des Konflikts. Der Appell an die Arbeitgeber blieb bisher ohne Erfolg. Zehn Prozent mehr Gehalt hatten die Gewerkschaften für den Erziehungs- und Sozialdienst gefordert. Das Schlichtungsergebnis (plus zwei bis vier Prozent) hatten rund 70 Prozent der Mitglieder auch in Nordhessen abgelehnt. Sie wollen weiterkämpfen. 

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