- Positive Bilanz

Michael Kaiser verlässt Komödie nach sechs Jahren - Markus Exner übernimmt

Abschied und Neubeginn: Michael Kaiser (von links), Knut Schakinnis, Dorothée Rhiemeier und Markus Exner in der Komödie. Foto: Fraschke

Kassel. Eine Ära geht zu Ende. An der Kasseler Komödie gibt es nach sechs Jahren einen Wechsel des Leiters. Michael Kaiser (59) verlässt das Haus, ab 1. August übernimmt Markus Exner (48) die Geschäfte. Das gab gestern Inhaber Knut Schakinnis bekannt.

Schakinnis und Kaiser hatten das Haus gemeinsam vor sechs Jahren aus der Insolvenz geführt. Der Besucherzuspruch ist in Michael Kaisers Amtszeit von 40 auf aktuell 84 Prozent Auslastung gesteigert worden. „Das ist praktisch ausverkauft“, sagte Schakinnis, der zum Abschied Michael Kaisers Leistung würdigte und ihm dankte, das Boulevardtheater in der Stadt wieder zu einem Platz gemacht zu haben, „wo man hingehen kann“.

Auch Kaisers Fähigkeit, sich in der Stadt zu vernetzen und der Komödie ein Gesicht zu geben, habe zu dem außerordentlichen Erfolg beigetragen. Diesem Lob schloss sich Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier an, die zusagte, die städtischen Zuschüsse bis 2014 konstant zu halten (siehe Hintergrund), und damit dem Haus eine verlässliche Wirtschaftsgrundlage zu schaffen.

Michael Kaiser wird dem Theater in der Übergangszeit als Berater erhalten bleiben. Ihm sei es nicht leicht gefallen, diese Entscheidung zu treffen, sagte Kaiser. Er will als Autor, Schauspieler und Sprecher wieder mehr künstlerisch arbeiten und nimmt erst mal eine kreative Auszeit. In Kassel wird er zunächst wohnen bleiben. Der gebürtige Karlsruher ist mit einer Redakteurin des HR verheiratet.

Markus Exner tritt am 1. August das Amt als Theaterleiter an. Der 48-jährige Münchner ist seit Jahren mit Knut Schakinnis bekannt - sie haben einst zusammen im „Jedermann“ gespielt, Schakinnis als Jedermann, Exner als Tod, wie sie augenzwinkernd berichteten.

Exner ist ausgebildeter Schreiner, war auf der Schauspielschule und hat Theaterwissenschaften studiert. In den letzten 22 Jahren war er bundesweit an verschiedenen Häusern beschäftigt, zuletzt in Frankfurt an der Komödie und am Fritz-Rémond-Theater als persönlicher Assistent des Direktors.

„Ich bin ein Allrounder“, sagte Exner, der betont, er könne überall mit anpacken. „Wenn Not am Mann ist, kann ich bei einer Aufführung auch mal den Ton fahren, oder ich weiß als Schreiner, ob man ein bestimmtes Bühnenbild bauen kann, oder nicht.“ Das sei für ein kleines Haus wie die Komödie wichtig.

Exner, der kinderlos in einer festen Partnerschaft lebt, zieht in nächster Zeit nach Kassel. Seine Kunst- und Antiquitätensammlung wird er nach und nach mit umziehen. Die Region kennt er über private Kontakte seit Jahren gut. Auch im gesellschaftlichen Leben der Stadt möchte er Präsenz zeigen, an Michael Kaisers Wirken anknüpfen.

Von Bettina Fraschke

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