Wolfgang Rausch

Neuer NVV-Geschäftsführer: Mehr Fahrgäste sind das Ziel

Seit wenigen Tagen neuer Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrs-Verbundes (NVV) in Kassel: Wolfgang Rausch, hier an der Regiotram-Haltestelle im Kasseler Kulturbahnhof. Foto: Malmus

Kassel. Die Zeiten sind nicht einfach für den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Steigende Kosten, zu wenige Fahrgäste, und besonders auf dem Land wird es wegen zurückgehender Bevölkerung immer schwieriger, ein ordentliches Nahverkehrs-Angebot zu erhalten.

Das alles schreckt den neuen NVV-Chef nicht. Wolfgang Rausch kennt sich aus im Nahverkehrs-Geschäft. Und der neue Mann an der Spitze verfügt über einen Vorzug, den seine Vorgänger nicht hatten: Er weiß, wie das hessische Verkehrsministerium tickt, das die Zukunft des Nahverkehrs entscheidend prägt.

Öffentlicher Nahverkehr ist ein Zuschussgeschäft. Was über den Fahrkartenverkauf eingenommen wird, deckt bei weiten nicht die Kosten. Auf 38 Prozent beziffert Rausch den Kostendeckungsgrad beim NVV. Das heißt: 62 Prozent zahlen wir alle, annähernd zwei Drittel der Kosten werden durch öffentliche Zuschüsse aus Steuergeld bezahlt. „Wir müssen wirtschaftlicher werden“, sagt Rausch: „Da stehen wir in der Pflicht, weil es um Steuergeld geht.“ Die öffentlichen Mittel sind gedeckelt, während die Kosten für Treibstoffe, Strom und Personal weiter steigen: „Die Schere geht auseinander.“ Weil die Fahrpreise nicht beliebig erhöht werden können, muss der NVV mehr Fahrgäste gewinnen. Das wird schwierig, wenn gleichzeitig das Angebot aus Kostengründen reduziert werden muss. Da sind auch pfiffige Idee gefragt: Zum Beispiel Mobilfalt. Das ist ein Pilotprojekt auf dem Land und nicht bloß eine von vielen Mitfahrerbörsen. Autofahrer werden in den Fahrplan des Nahverkehrs eingebunden und sollen Mitfahrer mitnehmen. In Sontra, Nentershausen und Herleshausen sowie Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis und in Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis wird das ausprobiert.

Von Jörg Steinbach

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