Neuer Anlauf: Mehmet Göker heute vor Kasseler Amtsgericht?

Mehmt Göker

Kassel. Der frühere Chef des pleite gegangenen Versicherungsvermittlers MEG, Mehmet Göker (32) wird heute zu seinem Prozess vor dem Kasseler Amtsgericht erwartet. Die Anklage wirft ihm vor, von einem früheren Organisationsdirektor der MEG Provisionsrückzahlungen in bar angenommen zu haben.

Mehmet Göker soll das Geld aber nicht an die MEG oder an den Insolvenzverwalter weitergegeben haben, was er hätte tun müssen. Der Schaden soll bei 20.500 Euro liegen.

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Mehmet Göker hatte der HNA in der vergangenen Woche am Telefon gesagt, dass er "selbstverständlich" zu dem Prozess erscheinen werde. Er sehe dem Prozess "optimistisch entgegen", da die Anschuldigungen gegen ihn falsch seien.

Zu einem ersten Termin am 31. Mai war Göker nicht erschienen. Er hatte ein ärztliches Attest aus der Türkei geschickt, dass er erkrankt und nicht verhandlungsfähig sei.

Der Prozess vor dem Amtsgericht ist nur eine von mehreren Verhandlungen gegen Mehmet Göker. Er wurde bereits zu einer Geldstrafe von 720.000 Euro wegen Steuerhinterziehung und Vorenthaltung von Sozialbeiträgen sowie wegen Beleidigung und Bedrohung verurteilt.

Auch die Zivilgerichte beschäftigen sich mit Göker, da die Versicherungen Geld von ihm zurückhaben wollen. Bei der MEG-Pleite ging es um 55 Millionen Euro. Die Insolvenz wird sich noch über Jahre hinziehen. Göker lebt nach eigenen Angaben teilweise in München und der Türkei und berät Unternehmen. (tho)

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