Rund um Kneipen, Küchen und Geschäfte

Neues aus Kassels Gastro-Szene: Polnisch, geschlossene Heimat, Street Food Festival

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Nicht nur Wurst und Pasteten sind aus eigener Herstellung: Die Neu-Gastronomen Agnes und Andrzej Sazalski wollen in ihrem Restaurant „Victoria“ authentische polnische Gerichte auf den Tisch bringen.

Kassel. Aus Kassels Küchen, Kneipen und Geschäften haben wir Neuigkeiten zusammengetragen. 

Polnische Küche in den Weinstuben Margraf

Seit geraumer Zeit standen die Weinstuben Margraf im Süsterfeld leer, neuerdings wird in dem Kellerlokal polnisch gekocht: Agnes und Andrzej Sazalski haben die weitläufige Gastro-Immobilie mit Gesellschaftsräumen und großer Küche übernommen. Dort servieren sie ab sofort in ihrem Restaurant „Victoria“ authentische Gerichte aus ihrer alten Heimat – mit deftigem Einschlag, wie man es in Polen mag.

Pierogi, Eisbein aus dem Ofen, Dorschfilet sowie selbst gemachte Würste und Pasteten stehen etwa auf der Speisekarte. Dazu sind sechs Biersorten aus dem Nachbarland und diverse Wodka-Marken im Ausschank.

„Wir verwenden nur polnische Erzeugnisse und machen die Wurstwaren alle selbst“, sagt Gastgeberin Agnes Sazalski. Die 33-Jährige und ihr Mann Andrzej (46) sind Quereinsteiger in der Gastronomie, doch bei den Produkten und Rohstoffen sitzen sie an der Quelle.

Seit ein paar Jahren betreiben Sazalskis am Wesertor ein Geschäft für polnische Lebensmittel, das unter Landsleuten bestens bekannt als Versorgungsquelle ist. Der Name des Ladens am Franzgraben, Victoria PL, kommt nun auch für das Restaurantprojekt am Glockenbruchweg zum Tragen.

Es war laut Agnes Sazalski hauptsächlich die Ermutigung von Kunden ihres Lebensmittelgeschäfts, die das Paar bewogen hat, nun auch ein Lokal zu eröffnen. „Viele haben sich das gewünscht, weil es in Kassel noch kein Restaurant mit polnischer Küche gab“, erzählt die Neu-Gastronomin.

Nach einiger Zeit der Standortsuche wurde das Paar auf die leer stehenden Weinstuben im Süsterfeld aufmerksam. Mit Elan und vielen Helfern haben Sazalskis dem Restaurant eine gründliche Renovierungskur verpasst.

Da es mehrere Nebenräume und eine großflächige Küche gibt, wollen Agnes und Andrzej Sazalski ihr „Victoria“ auch als Standort für Familienfeiern und sonstige Veranstaltungen etablieren, bei denen es in kulinarischer Hinsicht echt polnisch zugehen soll.

Die Geschichte des Gastronomie-Standorts begann Anfang der 1970er-Jahre, als der traditionsreichen Kasseler Weinhandlung Margraf eine Probierstube angegliedert wurde, die sich im Lauf der Zeit zum Restaurant entwickelte.

Polnisches Restaurant Victoria, Glockenbruchweg 115, täglich außer montags ab 13 Uhr (So. ab 11 Uhr) geöffnet


Unschönes Aus für „Heimat“

Personal machte lange Finger – Betreiber entschlossen sich daraufhin zur Schließung

Nun ist es amtlich, dass das Speiselokal „Heimat“ an der Friedrich-Ebert-Straße nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft geschlossen ist: „Ja, es ist zu“, heißt es auf der Website des Ladens, den Mario Brehl und Sascha Pensky zwei Jahre lang mit kulinarischer Unterstützung der „Fliegenden Köche“ betrieben hatten. 

Geschlossen: das Speiselokal Heimat an der Friedrich-Ebert-Straße

„Und nein: Wir haben noch Geld, daran hat es nicht gelegen.“ Was sonst hat zum Aus des beliebten Treffs auf der Meile zwischen dem „Ebert’s“ und „Marco’s Bar“ geführt? „Wenn Heimat kein Ort ist, sondern ein Gefühl“, wie es zum Einstieg auf der Website heißt, dann hat dieses Gefühl offenbar einen gewaltigen Vertrauens-Knacks bekommen. 

Die Macher der „Heimat“ sprechen nicht gern darüber, aber sie dementieren auch nicht, dass sie von bestimmten Mitarbeitern, denen sie vertrauten, regelrecht ausgeplündert worden sind. Das sei entdeckt worden einige Tage vor der Stadtteil-Sause „Sommer im Quartier“, bei der die „Heimat“ letztmals noch einmal zum Abschied geöffnet hatte, berichtete Sascha Pensky auf Anfrage der HNA.

Polizei und Rechtsanwälte hätten eingeschaltet werden müssen; das gehe nun alles seinen Gang. Der Vertrauensbruch aber, das ist Pensky im Gespräch anzumerken, hat die „Heimat“-Macher schwer und völlig unvorbereitet getroffen. Die Idee des lässig-familiären Gastro-Treffs hat durch den Vorfall empfindlichen Schaden genommen, da solch ein Ereignis in Kassels Kneipengänger-Szene – Dichtung oder Wahrheit – schnell die Gerüchte-Runde macht. „Wir haben uns dann sofort entschlossen, die ,Heimat‘ zuzumachen“, sagt Sascha Pensky.

Mit dem Eigentümer der Immobilie werde nun ein Interessent für den Gastro-Standort gesucht, damit die bisherigen Betreiber aus dem Mietvertrag herauskommen. Interessenten gebe es bereits. „Wenn das nicht klappt“, so Pensky, „werden wir den Laden eventuell als Standort für Kochkurse nutzen“.

Imbiss-Spektakel im Stadthallengarten noch größer

Auch Insekten und Zebrafleisch im Angebot: Neuer Organisator des Street Food Festivals kündigt über 60 Standbetreiber an

Die Zeiten von eintönigem Imbiss-Einerlei sind auch in Kassel längst vorbei: Ein großes Street Food Festival von Freitag, 28. bis Sonntag, 30. Juli im Stadthallengarten richtet sich ans kulinarisch entdeckungsfreudige Publikum und bietet an über 60 Ständen und „Food Trucks“ – das sind trendige, fantasievolle Imbisswagen – exotische Speisen aus aller Welt. Solch ein Spektakel hat schon mehrmals auf dem Außengelände des Kongress-Palais stattgefunden, diesmal wird es erstmalig von der Magdeburger Agentur Street Art Event ausgerichtet. Die Veranstalter rühmen sich, Europas größtes und vielfältigstes Festival dieser Art auf die Beine zu stellen. Dabei kann man auch Außergewöhnliches probieren: Frittierte Insekten, Krokodil- oder sogar Zebrafleisch sind ebenso im Angebot wie ausgefallene Burger-Kreationen und Garküchen-Spezialitäten aus Afrika, Israel, Asien und vielen weiteren Weltgegenden. Auch viele vegetarische und vegane Angebote soll es geben, sagte Daniel Heuer von der Veranstaltungsagentur, die mit der Imbiss-Karawane in 22 deutschen Städten unterwegs ist. Ebenso werde bei den Getränken Wert auf Vielfalt gelegt. Das Imbiss-Festival kostet zwar 3 Euro Eintritt, dafür gebe es an vielen Ständen auch Probierportionen für die Besucher. Heuer: „Das geht zwar nicht bei allen Speiseangeboten, aber die Standbetreiber sind grundsätzlich dazu angehalten.“ Mit Live- und DJ-Musik sowie großzügigen Sitzbereichen wollen die Veranstalter die atmosphärischen Voraussetzungen schaffen, dass das Publikum sich entspannt durch die exotische Imbiss-Vielfalt probieren kann.

Alles zum Street Food Festival Kassel gibt es bei Kassel Live. 

Street Food Festival im Stadthallengarten ab Freitag, 28. Juli (14–22 Uhr) sowie Sa. und So., 29. und 30. Juli (jeweils 11–22 Uhr), Eintritt (ab 14 Jahre) 3 Euro, Wochenendticket 5 Euro. Infos: www.streetfood2017.de

Fleischer stellen „Märchenhafte Bratwurst“ her

In Nordhessens Pfannen und beim Grillen wird’s jetzt märchenhaft: Gemeinsam haben die sechs nordhessischen Fleischer-Innungen eine „Märchenhafte Bratwurst“ kreiert, die jetzt nach einheitlichem Rezept bei gekennzeichneten Fleischerfachgeschäften in der Region erhältlich ist. Für ihre gemeinsame Marketing-Idee haben die Fleischer das Geschmacks-Votum des heimischen Publikums eingeholt. Erst wurde in den Innungsbetrieben eifrig gewürzt und experimentiert, dann wählte eine Jury vorab drei Varianten aus. Die wurden dann bei einer öffentlichen Grill-Aktion vor der Handwerkskammer in Kassel dem Publikum zur Abstimmung präsentiert. Nach der beliebtesten Rezeptur wird nun überall einheitlich die „Märchenhafte Bratwurst“ hergestellt.

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