Neues Bett für Bach

Geile-Abschnitt wird ab Herbst für 260.000 Euro renaturiert

Bald wieder natürlicher: Der Geilebach wird im kommenden Jahr im Abschnitt zwischen Steinstücker Weg und Zum Feldlager renaturiert. Dabei wird unter anderem die Brücke samt dem fischunfreundlichen Absturz ausgetauscht. Foto: Koch

Jungfernkopf. Der Geilebach wird nächstes Jahr von seinem Betonkorsett befreit: Im etwa 500 Meter langen Abschnitt zwischen Steinstücker Weg und Zum Feldlager wird der Bach voraussichtlich ab dem kommenden Herbst renaturiert.

Dort war Mitte der 70er-Jahre massiv in den natürlichen Flusslauf eingegriffen worden.

Unter anderem wurde das Bett mit Betonschalen, Pflastersteinen und Rasengittersteinen eingefasst. Das wird jetzt wieder rückgängig gemacht, um den Bach wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen. Der Ortsbeirat und engagierte Naturfreunde am Jungfernkopf hatten darauf seit mehr als 15 Jahren gedrängt.

Die Renaturierung kostet nach Angaben des Entwässerungsbetriebs Kassel-Wasser, der sich um die Unterhaltung der städtischen Gewässer kümmert, 260 000 Euro. Möglich wird das Vorhaben durch andere Bauprojekte, für die jeweils sogenannte Kompensatiomaßnahmen ausgewiesen werden müssen. Das Prinzip: Wird irgendwo in die Natur eingegriffen, muss ihr anderswo etwas Gutes getan werden. Im Fall des Geilebachs sind es Bauarbeiten an der A44-Brücke über die Altenbaunaer Straße sowie ein städtisches Neubaugebiet, für die Geld auf das „Öko-Konto“ floss.

Gerd Wasmuth, vom Vellmarer Ingenieurbüro Oppermann , das zusammen mit den Kasseler Landschaftsarchitekten Planungsgruppe Stadt und Land das Renaturierungsvorhaben ausgearbeitet hat, stellte die Pläne jetzt im Ortsbeirat Jungfernkopf vor. Auffälligste Veränderung wird sein, dass die Brücke am Steinstücker Weg abgerissen und ersetzt wird und der Bach teilweise in die angrenzende Wiese unterhalb der Wegmannstraße hineingeführt wird. Der Gehweg wird dafür an den Rand des Hanges verlegt.

Größtes Manko an der bisherigen Fußgängerbrücke ist der steile Absturz im Bachlauf. Diese Treppenstufe könnten Fische oder andere Kleinlebewesen nicht überwinden, erklärte Wasmuth. Auch die Kaskadenelement im weiteren Verlauf des Bachs, die seinerzeit eingebaut wurden, um Höhenunterschiede auszugleichen, sollen aus diesem Grund ausgebaut werden.

Der Bach wird sich in der Mitte des Renaturierungs-Bereichs künftig durch die Wiese schlängeln. Der Höhenunterschied werde durch eine Art langgezogene Rampe ausgeglichen, in deren Verlauf Steine im Wasser liegen. Auch das alte Bachbett bleibt aber in seinem Verlauf erhalten, sodass dazwischen ein geschützter Bereich für Pflanzen und Tiere entsteht.

Die alten Ufer- und Sohlbefestigungen aus Beton werden entfernt. Stattdessen kommen Sand und Kies auf die Gewässersohle.

Wenn im Frühjahr – so die Planung – die Genehmigung vorliegt, könne mit dem Bau im Herbst begonnen werden. Bis zum Jahresende könnte der Geilebach am Jungfernkopf dann wieder ganz natürlich aussehen. (rud)

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