Stadt baut neues Büro – Drei Ämter werden unter einem Dach zusammengefasst

Neues Bürgeramt, mehr Service

Für das neue Bürgeramt sind die beiden Planer Uwe Fricke (links) und Erwin Strauß (rechts) zuständig. Künftig werden etwa 30 Mitarbeiter für den direkten Bürgerkontakt sorgen, sagt Bürgermeister Jürgen Kaiser (Zweiter von links). Foto: Naumann

Kassel. Jeder kennt das Zeremoniell. Wer im Rathaus ins Bürgerbüro will, muss erst mal eine Nummer ziehen. Dann heißt es warten. Ist man dann an der Reihe, fehlt oft irgendetwas – ein Formular oder ein Dokument –, und man muss tags darauf wieder antreten.

Geht es nach den Ideen der Planer, soll damit im Laufe des nächsten Jahres so gut wie Schluss sein. Die Stadt organisiert ihr Bürgerbüro komplett neu. Dort, wo früher im Rathaus die Tourist-Information war, wird aktuell kräftig gebaut. Ziel ist es, den Einwohnerservice, die Ausländerbehörde, das Standesamt und das Servicecenter unter ein Dach zu bringen. Tatsächlich waren die Abteilungen bislang auf drei Ämter verteilt.

Vor allem sollen so die Kasseler alle bürgernahen Dienstleistungen künftig gebündelt vorfinden. Zweitens sollen Bürger noch stärker als bislang Termine für ihre Anliegen über das Servicecenter vereinbaren können – entweder über Internet oder Telefon. „Schon bei der Terminvergabe erhalten die Anrufer dann alle für den Vorgang relevanten Informationen“, sagt Bürgermeister Jürgen Kaiser, „zum Beispiel was an Papieren mitgebracht werden muss.“ Das erspare unnötige Behördengänge – und eben das übliche Nummernziehen. Nicht zuletzt könnten künftig die Öffnungszeiten noch weiter ausgedehnt werden, um noch bürgernäher arbeiten zu können.

Eine weitere wichtige Säule des Umbaus ist der Einzug der Ausländerbehörde ins neue Bürgeramt. So werden künftig Ausländer nicht mehr ins Ausländeramt laufen müssen, um beispielsweise ihren Pass, ihre Niederlassungserlaubnis erneuern zu lassen. Ab 2014 gehen sie damit einfach ins Rathaus, Königsstraße 8, Seiteneingang rechts.

Doch auch die Verwaltung wird von der Zusammenführung profitieren. Weil vieles wegen der bisherigen Ämtertrennung nicht mehr zweimal angefasst werden muss, werden Potenziale frei, „die jetzt in besseren Service gesteckt werden können“, sagt Kaiser.

1,5 Millionen Euro will sich die Stadt die Neuorganisation des Bürgeramtes kosten lassen. Mitte März 2014 sollen die Mitarbeiter die neuen Räume beziehen. Weitere Büroräume entstehen bis April 2015 im Untergeschoss Fünffensterstraße.

Von Boris Naumann

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