Neues Bus- und Bahnnetz

Baustellen bereiten Kasseler Linien Probleme

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Verwaiste Haltestellen an der Druseltalstraße: Bis Ende 2019 sollen die Haltestellen Hasselweg (unser Foto), Heideweg und Frankenstraße wegen der im April beginnenden Bauarbeiten nicht von Bussen angefahren werden. Als Ersatz gibt es AST-Verkehr. 

Kassel. Die Kasseler Linien mussten sich am Montag erstmals im Berufsverkehr bewähren. Da lief bei den Bussen und Bahnen nicht alles rund, es kam zu Verspätungen und Fahrtausfällen.

Ursache für die Verspätungen und Fahrtausfälle sei aber weniger die Umstellung auf das neue Netz, sondern seien vielmehr die Baustellen im Stadtgebiet, betonte die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG): Vor allem die Arbeiten an der Teichstraße führten zu erheblichen Behinderungen.

Beim Linien-Start am Sonntag hatte es noch keine Beschwerden gegeben. 

Die Umleitung

Eine andere Baustelle stellt die ab 9. April geplante Sanierung im Bereich Druseltalstraße und Bertha-von-Suttner-Straße dar. Wegen ihr werden jetzt bereits die Busse der Linie 51 umgeleitet und die an der Druseltalstraße gelegenen Haltestellen Heideweg, Frankenstraße und Hasselweg nicht mehr angefahren. Einstimmig hat sich deshalb der Ortsbeirat Bad Wilhelmshöhe gegen die Umleitung der Buslinie 51 bis Ende 2019 und die Einrichtung eines Anrufsammeltaxis (AST) für die nicht mehr angefahrenen Haltestellen ausgesprochen. „Durch den gleichzeitigen Wegfall der Buslinie 12 auf dieser Strecke sei die Marbachshöhe auf der Druseltalstraße nicht mehr durch ein reguläres Busangebot angebunden“, kritisiert Ortsvorsteherin Anja Lipschik. Betroffen seien rund 2000 Bewohner des Quartiers sowie Kindergärten und Schulen. Die ersatzweise eingerichtete AST-Linie 51 A stelle keine ausreichende Versorgung dar. „Es gab bereits Beschwerden“, sagte Lipschik. Ein Linienbus-Ersatzverkehr vor allem zu den für Berufstätige und für Schüler wichtigen Zeiten sei dringend geboten.

Hier lesen Sie, was sich mit der Reform geändert hat

Die Notlösung

„Auch wir betrachten das Anruf-Sammel-Taxi als Notlösung“, sagte KVG-Sprecherin Heidi Hamdad zu der Situation an der Druseltalstraße. Eine andere Lösung könne man aber leider nicht bieten. Mit der AST-Linie gebe es aber zumindest ein Angebot, das von Fahrgästen jeden Tag auch einzeln und über einen längeren Zeitraum hinweg bestellt werden könne.

Die Haltestelle

Zum Start der Kasseler Linien ist auch in Harleshausen die Diskussion um den ÖPNV im Stadtteil wieder aufgeflammt. Im Ortsbeirat ging es kürzlich erneut um die Einrichtung einer Haltestelle für die Buslinie 110 auf der Wolfhager Straße in Höhe des Freibades. Dies wünsche sich der Beirat als Ersatz für die eingestellte Buslinie über Am Hilgenberg und Eschebergstraße, auf der es ja die Haltestelle Freibad gegeben habe, berichtete der Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger.

Hier hält kein Bus mehr: Die Haltestelle am Harleshäuser Freibad wurde aufgegeben. Um das ganze Foto zu sehen, klicken Sie oben rechts.

Die KVG habe eine provisorische Haltestelle einrichten wollen. Dies aber habe das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt abgelehnt, das eine Ampel zur Überquerung der Straße fordere. Nun planen KVG und Amt den Bau einer Haltestelle und einer Ampel, sagte Wintersperger. Weil aber Fördermittel beantragt würden, könne die Maßnahme nicht schon – wie erhofft – zum Beginn der Freibadsaison umgesetzt werden.

Die Kommentare

Welche Änderungen das neue Netz mit sich bringt, stellen viele Nutzer von Bus und Bahn offenbar gerade erst fest. Das belegen Kommentare auf HNA.de und KVG.de sowie Posts in sozialen Medien: „Wie fährt Bus 24 jetzt?“ „Warum gibt es den Umsteigepunkt am Frasenweg?“ „Wieso komme ich Sonntag erst ab 11 Uhr zum Bergpark?“ Trotz kritischer Äußerungen zieht die KVG bisher eine positive Bilanz für ihren Netz-Start.

Das sagt die KVG

"Busse der Linien 12 und 24 standen im Stau"

Verspätungen und Fahrtausfälle bei den Buslinien 12 und 14 haben am Montag die Bauarbeiten der Stadt Kassel in der Teichstraße zur Folge gehabt, berichtete KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. „Ursache war vor allem die Ampelschaltung von der Teich- in die Heßbergstraße. Es konnten immer nur wenige Autos in die Heßbergstraße einfahren, unsere Busse standen ebenfalls in diesem Stau.“ So sei es auf den beiden Buslinien zu erheblichen Verzögerungen gekommen. Die Lage habe sich aber entspannt, als die Ampel zugehängt worden sei und sich damit der Durchfluss verbessert habe. Verspätungen und Fahrtausfälle gab es am Montagmorgen laut Hamdad auch wegen des Unfalls zwischen einem Auto und einer Straßenbahn der Linie 5 in der Frankfurter Straße. Die Bilanz für den ersten Betriebstag der Kasseler Linien falle dennoch sehr positiv aus, betonte die KVG-Sprecherin. Die Zahl der Beschwerden habe sich angesichts der Dimension der Reform und der hohen Zahl an Fahrgästen „in engen Grenzen gehalten“. 

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